POLITIK
05/02/2016 05:48 CET | Aktualisiert 05/02/2016 08:42 CET

Sicherheitsexperte: "Der IS nutzt den Flüchtlingsstrom, um Kämpfer einzuschleusen"

dpa

Die Anti-Terror-Razzia am Donnerstag wirft neue Fragen zur Flüchtlingskrise auf. Einer der Hauptverdächtigen, ein 35-jähriger Algerier, wurde am in einer Flüchtlingsunterkunft in Attendorn im Sauerland festgenommen. Eine Hundertschaft der Polizei hatte gegen 6 Uhr das Heim gestürmt. Wie "Der Westen" berichtet, soll der Mann in Syrien militärisch ausgebildet worden sein.

Der Mann soll auf der Balkanroute als Flüchtling eingereist sein. Er sei im Herbst 2015 als Flüchtling in Bayern registriert worden und wurde bereits per internationalem Haftbefehl von den algerischen Behörden gesucht. Auch ein 26-jähriger Algerier, der in einer Flüchtlingsunterkunft in Isernhagen (Region Hannover) gemeldet ist, soll an den Plänen mitgearbeitet haben. Das berichtet der NDR. Der Mann wurde inzwischen wieder freigelassen.

Ein Sicherheitsexperte kritisiert daher die Politik der offenen Grenzen. "Alles deutet darauf hin, dass der IS die Flüchtlingsströme nutzt, um Kämpfer nach Europa einzuschleusen", sagt Rolf Tophoven, Leiter des Instituts für Krisenprävention in Essen, in einem Interview mit der "Passauer Neuen Presse".

Nicht zum ersten Mal mischen sich Terroristen unter den Flüchtlingsstrom. Schon ein Mann, der mit einer Axt in eine Polizeistation in Paris stürmte, war in einer Unterkunft in Recklinghausen untergetaucht. Auch zwei der Attentäter der Anschläge in Paris am 13. November waren als Flüchtlinge registriert worden.

Tophoven fürchtet, dass der IS sich unter Flüchtlinge mischt. "Natürlich wird auch versucht, in Flüchtlingsunterkünften Anhänger zu rekrutieren", sagte der Sicherheitsexperte weiter. "Wir dürfen den IS nicht unterschätzen. Es war immer klar, dass versucht wird, gut ausgebildete Terroristen einzuschleusen, um schwere Anschläge bei uns durchzuführen."

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