"Nach drei Tagen wäre alles vorbei": So würde ein Krieg der Nato gegen Russland ausgehen

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Seit Monaten provozieren russische Flugzeuge die Nato. Regelmäßig kommt es an der Grenze zum Baltikum zu brenzligen Begegnungen zwischen russischen Jets und Nato-Maschinen.

Die baltischen Staaten sind besorgt. Sie fordern eine stärkere Präsenz von Nato-Truppen in der Region. Neben der Ukraine gilt das Baltikum als die Region, in der es am ehesten zu einer Konfrontation zwischen Russland und der Nato kommen könnte.

Doch wie würde eigentlich ein Krieg zwischen Russland und der Nato verlaufen? Die RAND Corporation, ein US-Thinktank, der das Militär berät, hat sich diese Frage gestellt und verschiedene Szenarien durchgespielt. Die Militärberater kommen zu einem düsteren Schluss.

Russland würde Osteuropa in nur drei Tage überrennen. Damit wäre ein Krieg gegen die Nato-Verbündeten schnell vorbei. Die RAND Corporation kam zu dem Schluss, dass Russland innerhalb von 36 bis 60 Stunden mit seinen 27 schwerbewaffneten Bataillonen die 12 leichtbewaffneten der Allianz beseitigen würde, um das Baltikum zu besetzen.

Wahrscheinlich würde Russland aus zwei Richtungen agieren. Der Großteil seiner Truppen würde über die lettische Grenze nach Riga vorstoßen, während in Norden eine zweite Gruppe in Richtung der estnischen Hauptstadt Tallinn zieht. Dabei würde Russland zuerst den Norden des Landes unter Kontrolle bringen, in dem eine große russische Minderheit lebt.

Die Nato hat in der Region 12 Bataillone stationiert. Sieben davon bestehen aus estnischen, litauischen und lettischen Truppen. Nur eines der Bataillone ist mit Panzern ausgestattet - dem Radschützenpanzer Stryker. Keines besitzt schwere Kampfpanzer. Zwar könnten Luftangriffe der Nato den russischen Truppen Schaden zufügen - aber gegen die Übermacht der Panzer könnten sie wenig ausrichten.

Die Nato-Truppen würden sich um die Hauptstädte Tallinn und Riga zusammenziehen. Doch den russischen Panzern könnten sie wenig entgegensetzen. Auch ein Einsatz von US-Truppen und Luftschläge der US-Luftwaffe könnten Russland nicht aufhalten, so die Studie. Dann würde der Nato nur noch eine Option bleiben: "ein verspäteter Atomschlag".

Kein Wunder, dass sich die baltischen EU-Mitglieder um ihre Sicherheit sorgen. Die Nato hat deshalb ihre Präsenz in der Region deutlich erhöht. Im Rotationsprinzip ist seit April 2014 jeweils eine Kompanie von US-Soldaten in Estland, Lettland und Litauen sowie in Polen stationiert. Außerdem werden mehr Militärübungen im Osten des Bündnisgebiets abgehalten. Doch offensichtlich reicht dies nicht.

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