Zukunft des Reisens? Wie Münchner Studenten den Hyperloop bauen

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HYPERLOOP
Eine Entwurfzeichnung für den Hyperloop | dpa
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Es ist eine Idee, die das Reisen revolutionieren würde. Forscher aus der ganzen Welt entwickeln derzeit ein Transportmittel namens Hyperloop, das mit bis zu 1220 Kilometern pro Stunde über Land rasen soll. Der Hyperloop ist eine Art Überschallzug, der Flugzeuge überflüssig machen könnte.

Einige dieser Forscher kommen aus München, darunter Daniel Eiringhaus. Er und das Team namens „WARR Hyperloop“ der Technischen Universität München haben sich mit 21 weiteren Teams am Wochenende in den USA qualifiziert, um ihren Prototypen des Zuges im Sommer zu testen. Insgesamt waren 115 Gruppen mit ihren Ideen angetreten.

Still can't believe we're a part of this. :) The WARR Hyperloop is now heading back to Munich. California, we'll see you soon! Amazing weekend, amazing team, amazing work!#BreakAPod #BuildAPod

Posted by WARR Hyperloop Team on Sonntag, 31. Januar 2016

Anders als bei vielen anderen akademischen Wettbewerben gibt es bei diesem eine realistische Chance, dass die Idee nicht versandet. Denn hinter dem Projekt steht ein Gigant.

Elon Musk, Mitgründer des Raumfahrtunternehmens SpaceX, das sich auch von Misserfolgen kaum schrecken lässt. Außerdem leitet Musk den Elektroautobauer Tesla, der derzeit Mercedes und BMW auf dem Automarkt der Zukunft Konkurrenz macht.

Damit das Münchner Team seinen Prototypen im Sommer wirklich in Kalifornien testen kann, benötigt es aber noch Sponsoren, wie Eiringhaus dem „Handelsblatt“ sagte. Die Kosten für ihren ersten Hyperloop werden „im oberen fünfstelligen Bereich“ liegen.

WARR Hyperloop Design Weekend Video

Design Weekend is about to start and we are excited to meet the judges, sponsors and other teams! #breakapod

Posted by WARR Hyperloop Team on Donnerstag, 28. Januar 2016

Konkret soll der Hyperloop aus Kapseln bestehen, die mit bis zu 30 Passagieren durch Röhren rasen, die auf Stelzen stehen und in denen ein Zustand möglichst nahe am Vakuum herrscht. Dadurch würden keine Reibungsverluste auftreten. Davon sind die Entwürfe allerdings noch weit entfernt.

Das Münchner Team setzt auf einen Kompressor an Bord, wie Eiringhaus dem „Handelsblatt“ sagte. „Der saugt die Luft an und verdichtet sie, so können wir den Luftwiderstand reduzieren.“ Außerdem verwende das Team eine magnetische Schwebevorrichtung. Der Prototyp werde etwa 850 Kilogramm wiegen und einen Durchmesser von einem Meter haben.

Wie der Hyperloop funktionieren soll, seht ihr in diesem Video:

Gelingt das Vorhaben, wäre wohl nur Beamen schneller. Zum Vergleich:
  • Der schnellste Serienzug der Welt, der Velaro E, erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von knapp 404 Kilometern pro Stunde.
  • Das Flugzeug Concorde erreichte maximal 2179 Kilometer pro Stunde.

Kritiker allerdings glauben nicht daran, dass der Hyperloop die Zukunft des Reisens ist. Sie weisen auf den Flächenverbrauch hin, denn immerhin müssten Röhren über Langstrecken gebaut werden.

Was nicht nur wegen des Flächenverbrauchs ein wichtiger Punkt wäre – sondern auch hohe Kosten verursachen würde. Außerdem könnte es sein, dass die Konstruktion viel zu viel Energie frisst. Und deshalb am Ende unwirtschaftlich wäre.

Aber auf alle diese Einwände hat Musk Antworten. Er setzt auf billigen Solarstrom, um den Hyperloop anzutreiben. Das würde das Verkehrsmittel sehr viel umweltfreundlicher machen als Flugzeug oder Auto. Und auch der Flächenverbrauch sei am Ende nicht höher als der einer Autobahn.

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