Aus McJob wurde McChance: Hürdenlauf zum Dialog mit der Gewerkschaft

McDonald's

Am Anfang war der „McJob“. Ein Job bei McDonald’s stand sinnbildlich für schlechte Arbeitsbedingungen in der Gastronomiebranche: lange Arbeitszeiten, nicht vergütete Überstunden, ungerechte Bezahlung und harte Bedingungen. Ein McJob wurde mit unzufriedenen Mitarbeitern und der unbeliebtesten Standspur auf dem Arbeitsmarkt verbunden. Das hat sich gewandelt. Heute erkennen viele Berufseinsteiger, Quereinsteiger, Geringqualifizierte und Neuankömmlinge die Chancen, die ihnen beim größten Arbeitgeber der Gastronomie in Deutschland geboten werden.

Für uns ist „McJob“ längst zur „McChance“ geworden. Wie war dieser Wandel möglich?

Der Wandel wurde maßgeblich durch unser Unternehmen selbst und durch unsere Franchise-Nehmer vorangetrieben. Der Wille zum Wandel war da. Hierfür sind wir neue Wege gegangen. Beispielsweise haben wir alte Vorbehalte gegenüber der Gewerkschaft überwunden. Wir sind einen Schritt aufeinander zu gegangen und haben angefangen, miteinander zu reden.

Als Gründungsmitglied im Bundesverband der Systemgastronomie e.V. (BdS) haben wir uns zusammen mit der NGG bereits 2007 auf einen bundesweit geltenden Tarifvertrag geeinigt. Darin sind die Löhne und weitere tarifliche Leistungen geregelt. Ich selbst war an diesen Verhandlungen beteiligt. Wir haben sehr hart und intensiv gerungen – am Ende stand aber ein Ergebnis, mit dem alle Beteiligten sehr zufrieden sein können.

Inzwischen hat sich ein konstruktiver Dialog und ein Vertrauensverhältnis auf beiden Seiten aufbauen können und wir sind stolz auf die Errungenschaften der Tarifpartnerschaft und der Tariftreue. Für uns als Unternehmen McDonald’s Deutschland bildet die Tarifpartnerschaft eine feste Leitlinie der Unternehmenspolitik. McDonald’s Deutschland und alle seine 238 Franchise-Nehmer sind seit 2007 tarifgebunden.

McJob ist passé, McChance ist die Zukunft!

McDonald’s Deutschland hat sich vom reinen Arbeitgeber zu einem Chancengeber für rund 58.000 Beschäftigte aus ca. 125 verschiedenen Nationen entwickelt. Kürzlich hat McDonald’s Deutschland der Bundesagentur für Arbeit (BA) 20.000 Sprachkurse zur Verfügung gestellt und damit ein Zeichen für die Willkommenskultur in unserem Land gesetzt. Menschen brauchen Chancen und sie brauchen die Mittel, um diese Chancen nutzen zu können. Für Neuankömmlinge und Flüchtlinge heißt dies vor allem, sie durch Arbeit und Sprache schnell zu integrieren. Junge Menschen, Quereinsteiger oder auch Menschen, die bei uns eine neue Heimat suchen, sollen in Deutschland willkommen sein und ankommen dürfen. Aus unserer Sicht gelingt dies vor allem in den Betrieben und über den Arbeitsmarkt. Bei uns werden sie schnell Teil eines Teams und stehen auf eigenen Beinen. Als Unternehmen schaffen wir zusammen mit unseren Franchise-Nehmern pro Jahr rund 1.000 Ausbildungsplätze. Mit maßgeschneiderten Förder- und Weiterbildungsangeboten bieten wir unseren Mitarbeitern Zukunftsperspektiven.

Wir wollen die konstruktive Gesprächskultur mit der Gewerkschaft fortsetzen. Wir haben in den vergangenen Jahren des Dialogs viel gelernt und vor allem voneinander gelernt. Auch wenn wir in Zukunft gegensätzliche Positionen zu einigen Themen haben werden, wissen wir doch, dass wir in verlässlichem Austausch miteinander zu Ergebnissen kommen können, die für beide Seiten vertretbar sind.

Wolfgang Goebel, Vorstand Personal McDonald’s Deutschland