POLITIK
01/02/2016 18:34 CET | Aktualisiert 02/02/2016 06:25 CET

Joschka Fischer: "Europas Suizid realistisch"

Der ehemalige Vize-Kanzler Joschka Fischer hat in einem Gastbeitrag für die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) seinen Blick auf die derzeitige Weltlage formuliert. Unter dem Titel „Europas Suizid ist realistisch“ macht Fischer deutlich, dass im 21. Jahrhundert angesichts von Herausforderungen wie dem „Klimawandel“ Chaos drohe.

„Die Kräfte des Chaos scheinen gegenüber der überkommenen Ordnung der Welt überhandzunehmen“, schreibt Fischer. Und weiter: „Ein globaler Ordnungsverlust in Politik und Wirtschaft ist nicht von der Hand zu weisen, ohne dass auch nur in Ansätzen die Konturen einer neuen Ordnung sichtbar wären, welche die aus zwei Weltkriegen, dem Kalten Krieg und der Dekolonialisierung hervorgegangene alte Ordnung ablösen könnte.“

Fischer stellt klar, dass die USA die „stärkste und dominierende“ Weltmacht bleiben würden. Dennoch seien sie wohl nicht gewillt weiterhin die „Rolle des Weltpolizisten“ zu spielen. Ein Grund dafür sei, dass sie „die Kosten, die zur Aufrechterhaltung einer globalen Ordnung notwendig sind“, nicht stemmen könnten.

Europa droht ein Suizid, wenn drei Dinge passieren

Wenn die USA nicht weiter die Ordnungshüter der Welt seien, ergebe sich für Westeuropa in der Konsequenz die Frage, ob „die liberale Ordnung Westeuropas nach 1945“ in eine ernste Krise geraten wird.

Fischer schreibt zu dieser Frage in seinem „SZ“-Gastbeitrag: „Der Aufstieg des Neonationalismus fast überall in Europa scheint für diese These zu sprechen und für den Kontinent verhieße das Schreckliches.“

Konkret drohe Europa ein Suizid, wenn drei Dinge passierten:

1. Angela Merkel müsste mit ihrer Flüchtlingspolitik scheitern.

2. Großbritannien müsste aus der EU austreten.

3. Marine Le Pen müsste die französischen Präsidentschaftswahlen gewinnen.

Fischer betont: „So muss es nicht kommen, gleichwohl ist diese rabenschwarze Option eines europäischen Suizids durchaus realistisch. Das sollten all jene bedenken, die heute so munter am Stuhl von Bundeskanzlerin Merkel sägen.“

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