Studie zeigt: Kinder sollten bei Hausaufgaben keine Hilfe bekommen

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Mit diesem einen Fehler ruinieren Eltern die Noten ihres Kindes | fcscafeine via Getty Images
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Hausaufgaben sind nicht nur bei Kindern verhasst - auch immer mehr Bildungsforscher sehen die Nachmittagsaufgaben kritisch. Vor einigen Jahren kam eine Schweizer Studie zu dem Schluss, dass Hausaufgaben völlig wirkungslos sind. Nach der Untersuchung von 43 Schulklassen plädierten die Forscher dafür, die Hausaufgaben in den Unterricht zu integrieren.

Nun kommt es aber noch schlimmer. Denn eine neue Studie hat gezeigt, dass nicht nur Kinder, sondern auch Eltern ihre Zeit mit Hausaufgaben verschwenden. Das Ergebnis der Studie war dabei ziemlich eindeutig: Schüler, denen die Eltern halfen, schnitten schlechter bei Prüfungen ab als diejenigen, die Hausaufgaben allein machten.

Die Autoren der Studie der Hochschule Bern untersuchte 1700 Eltern und Kinder.

Hausaufgaben zementieren Ungleichheit

Aufrütteln muss auch ein weiteres Ergebnis von neueren Studien zum Thema Hausaufgaben. Vor allem begabte Schüler, die ohne Hilfe Hausaufgaben machen können, profitieren davon. Schlechte Schüler dagegen nicht. So wächst die Schere zwischen guten und schlechten Schülern weiter.

Jutta Allmendinger, die Präsidentin des Berliner Wissenschaftszentrums für Sozialforschung, klagt schon länger, dass Hausaufgaben die soziale Ungleichheit im Land zementieren.

Angesichts der Forschungsergebnisse wollen immer mehr Bildungsforscher wollen die Praxis beenden.

Eine Gesamtschule als Vorbild

Der Bildungsexperte Hilmar Schwemmer zum Beispiel, der seit Jahren die Wirksamkeit von Hausaufgaben untersucht, kommt zu dem Schluss, dass die Aufgaben auch den Aufbau positiver Beziehungen zwischen Schülern und Lehrern verhindern.

Auch Praxistests zeigen, dass Hausaufgaben nicht mehr zeitgemäß sind.
Die Gesamtschule Barmen im gleichnamigen Wuppertaler Stadtteil mit mehr als 1000 Schülern hat die klassischen Hausaufgaben schon lange abgeschafft.

Die Gesamtschule hat als Ersatz für Hausaufgaben an mehreren Tagen der Woche "Arbeitsstunden" eingeführt. Dabei haben die Kinder am Vormittag 65 Minuten, um sich Aufgaben zu widmen. Betreut werden sie dabei von einem Lehrer. Die Eltern nutzen die Zeit, die sie bei der Hausaufgabenbetreuung einsparen, um an der Schule Sport- oder Heimwerkunterricht zu geben.

Und Barmen zeigt, dass die Idee funktioniert: Im vergangenen Jahr bekam sie als beste Schule Deutschlands den Deutschen Schulpreis. Eigentlich Grund genug, um zumindest einmal großflächig zu testen, was eine Abschaffung der Hausaufgaben bringen würde.

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