POLITIK
31/01/2016 14:15 CET | Aktualisiert 31/01/2016 17:01 CET

Sonst drohen bald „schwarze Bildschirme" - Deutsche-Welle-Chef fordert: ARD-Bosse sollen freiwillig auf Renten verzichten

DPA

Der Verwaltungsratsvorsitzende der Deutschen Welle, Peter Clever, hält die Betriebsrenten von Intendanten und Direktoren der ARD für überzogen. Um Bewegung in die Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi zu bringen, sollten sie freiwillig auf das Geld verzichten – sonst drohten bald „schwarze Bildschirme“.

"Verträge freiwillig umstellen"

Die Spitzenverdiener in der ARD sollten bei den Tarifverhandlungen über die Altersversorgung mit „gutem Beispiel“ vorangehen und schon jetzt auf einen Teil ihrer Betriebsrente verzichten. Das sagte Peter Clever, Verwaltungsratsvorsitzender der Deutschen Welle, im Interview mit dem Magazin „Focus“.

So könnten die Intendanten und Direktoren, die vor 1993 eingestellt wurden und die deshalb noch in den Genuss besonders üppiger Versorgungsbezüge kommen, ihre „Verträge freiwillig so umstellen, dass ihre späteren Betriebsrenten nur um ein Prozent jährlich steigen“, erklärte der 61-Jährige. Ein solches „Signal der Glaubwürdigkeit“ könne in den festgefahrenenVerhandlungen „zur Entspannungbeitragen“.

„Erhöhung der Betriebsrenten langfristig nicht finanzierbar“

Die derzeit in den ARD-Sendern übliche Erhöhung der Betriebsrenten um im Mittel jährlich zwei Prozent hält das Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung derDeutschen Arbeitgeberverbände (BDA) langfristig nicht mehr für finanzierbar. In dieser Frage zeige sich die mit am Verhandlungstisch sitzende Gewerkschaft Verdi jedoch „uneinsichtig“, sagte Clever.

Die seit 2013 laufenden Tarifgespräche sind nach Informationen des „Focus“ derzeit unterbrochen. Die für vergangenen Montag vorgesehene neunte Verhandlungsrunde habe die ARD kurzfristig abgesagt, berichtet "Focus" unter Berufung auf Verdi.

„Kann sein, dass die ‚Tagesschau’ mal ausfällt“

Sollten die Tarifgespräche zwischen den Gewerkschaften und der ARD scheitern, hält Clever Streikmaßnahmen im Senderverbund für möglich. „Natürlich kann es sein, dass der Bildschirm schwarz bleibt und die ‚Tagesschau’ mal ausfällt“, erklärte Clever gegenüber dem „Focus“. „Ich wünsche mir das aber nicht“.

Erst vergangene Woche wurde derweil bekannt, dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zuständige Finanzkommission KEF denkt laut einem Bericht des "Spiegel" über eine Absenkung der Rundfunkgebühren um 30 Cent pro Monat. Grund sind aktuelle Milliarden-Rücklagen.

Bis März 2014 lagen diese bei 17,98 Euro. Damals hatte die KEF eine Verringerung um 73 Cent vorgeschlagen, die Ministerpräsidenten der Länder einigten sich jedoch auf nur 48 Cent.

Mit Material von dpa

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