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Nato-Simulation stellt Angriff durch Russland nach

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Die Nato simuliert einen Angriff Russlands auf das Bündnis. | Getty
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War es eine gezielte Provokation? Nachdem im November vergangenen Jahres ein russischer Kampfjet von der türkischen Luftabwehr abgeschossen worden war, ist erneut ein Flugzeug von Russland aus in den Luftraum der Türkei eingedrungen - trotz mehrfacher Warnungen.

Die Stimmung zwischen beiden Ländern ist angespannt. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg mahnte am Samstag: "Ich forderte Russland auf, sich verantwortungsbewusst zu verhalten und den Luftraum der Nato voll zu achten." Frühere Fälle dieser Art hätten gezeigt, "wie gefährlich solches Verhalten ist".

Nun scheint es, als mache die Nato ernst: Das Militärbündnis, dessen Mitglied die Türkei ist, simuliert einen Angriff aus dem Osten - mit Russland als Feind. Das berichtet die "Welt am Sonntag". So soll am 11. Februar das geheime Szenario geübt werden, wobei unter Zeitdruck Truppen verlegt und Strategien entwickelt werden müssen. Die 28 Verteidungungsminister wollen sich einer "hybriden Situation" aussetzen und das Bewusstsein der Nato-Staaten für die Gefahr wecken.

Im Vorjahr gab es bereits zwei solcher Simulationen unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Einer dieser Einsätze bezog sich ebenfalls auf den Osten als Angreifer. Der Zweite wurde im "südlichen Kontext" und mit Blick auf die Gefahren islamistischer Extremisten an den südlichen Nato-Grenzen geführt.

Seit der Ukraine-Krise arbeitet die Nato gegen die hybride Kriegsführung Putins. Die Sprecher des Bündnisses warnen allerdings vor einer Pauschalisierung: So soll bei diesen Simulationen kein Land gezielt als Feind und Kriegsgegner festgelegt sein.

Es gehe dabei vor allem um allgemeines Krisenmanagement. "Die Minister werden einen offenen Meinungsaustausch über die Überlegungen und Verfahren bei der Entscheidungsfindung während einer Krise haben", sagte ein Sprecher der "Welt am Sonntag". Allerdings kann Russland nach den Drohgebärden und Distanzierungen Putins durchaus als potentieller Feind einer solchen Simulation gesehen werden.

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