LIFESTYLE
29/01/2016 11:52 CET

Eine Mutter erfährt, wer ihr Baby operieren soll und erbleicht - dann schreibt sie diesen Brief

Instagram / anchorhomemaker
Sie schrieb einen wundervollen Brief an den Arzt, der ihren Sohn behandelte

Als sie das zweite Mal schwanger wurde, hat sich Fernsehsprecherin Jillian Benfield aus dem US-Bundesstaat Arizona die Zukunft ihres Babys erfüllt vorgestellt. Aber drei Monate vor der Geburt ihres Sohnes Anderson stellten Ärzte das Down-Syndrom fest.

Nachdem die Familie den ersten Schock überwunden hatte, gab es vier Monate nach der Geburt jedoch eine weitere Diagnose. Anderson benötigte eine Operation, da in seinem Herzen zwei Löcher behoben werden mussten.

Als seine Mutter den Arzt traf, der die Operation vornehmen sollte, wurde sie bleich. Denn mit einer Operation am offenen Herzen hatte sie nicht gerechnet - dieser Mann würde nun über das Leben ihres Sohnes entscheiden.


Nach dem Eingriff veröffentlichte sie einen Brief an den Arzt, der ihren Sohn operierte:

"Lieber Dr. Nigro,

ich wollte Sie nicht treffen. Genau genommen war ich während der zweieinhalbstündigen Fahrt zu Ihrem Büro wütend. Sehen Sie, mir wurde gesagt, dass der Herzfehler meines Sohns Anderson höchstwahrscheinlich keine Operation am offenen Herzen benötigen würde. Dann plötzlich platzte die Bombe und die Explosion katapultierte meinen Mann und mich ein paar Tage später in Ihr Büro.

Ich habe mich vorbereitet.

Die Journalistin in mir hat nach Artikeln recherchiert, ich habe auf Facebook Herz-Gruppen durchforstet. Ich war mit einem Stift und Notizbuch bewaffnet. Ich wollte nicht zulassen, dass Sie den Oberkörper meines Sohns aufschneiden würden, nur weil Sie der erste Kinderherzchirurg in nächster Nähe waren.

Ich habe Sie gefragt 'Haben Sie bei dieser Herzoperation jemals ein Baby verloren?'; Sie schauten beiseite und sagten 'Ja'.

Es gab ein kleines Mädchen, eine von Tausenden, die ebenfalls das Down-Syndrom hatte. Sie kam nach Hause und verstarb im Schlaf. Obwohl der Verlust mehr als ein Jahrzehnt her ist, konnte ich sehen, dass er immer noch in Ihrem Herzen wehtat.

In diesem Moment wusste ich, dass Sie der Richtige sind.

Am Tag des Eingriffes sahen Sie, dass ich sehr emotional war und Sie gaben mir ein Taschentuch. Sie versicherten mir, dass es okay werden würde. Sie waren mehr als zuversichtlich. Das ist das, was Sie machen. Jeden Tag retten Sie das Leben von Kindern.

Wenn mein Sohn in den 80ern geboren worden wäre, wäre seine Lebenserwartungen bei 25 Jahren gewesen. Jetzt liegt seine Lebenserwartung bei 60. Das hat er größtenteils Leuten wie Ihnen zu verdanken.

Als wir Kinder waren, wurde uns erzählt, Superhelden hätten viele Muskeln und einen Umhang. Als Erwachsene habe ich realisiert, dass sie oft OP-Kittel tragen."

Daraufhin wandte sich die Familie des Arztes an Benfield, um sich bei ihr zu bedanken.

Benfield betonte: "Ich habe den Eindruck, dass wir vor allem negative Geschichten über unser Gesundheitssystem hören. Ich möchte einen Lichtblick hineinbringen, da medizinische Fachkräfte immer noch gut sind. Ich finde, Chirurgen vollbringen hier auf der Erde Wunder."


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