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29/01/2016 22:47 CET | Aktualisiert 29/01/2016 22:56 CET

Dieses Projekt zeigt, was ein Euro wirklich bewirken kann

Dan Kitwood via Getty Images
LONDON, ENGLAND - JANUARY 27: Wayne, 35 (no surname given) asks passers by for money near Westminster on January 27, 2016 in London, England. A group of 21 charities, including Crisis, St Mungos and Centrepoint, have called for extra effort by the next London Mayor to help end the growing problem of homelessness on Londons streets. (Photo by Dan Kitwood/Getty Images)

Das Hamburger Projekt "Hilf Mahl" beweist, wie leicht es sein kann, zu helfen. Die Idee: Auf den Tischen teilnehmender Restaurants in ganz Deutschland finden Gäste den Hinweis, dass ein Euro pro Tisch auf die Rechnung addiert wird, um Obdachlosenprojekte zu unterstützen. Gäste haben dann die Option, den Euro nicht zu zahlen – oder aber den Betrag zu erhöhen.

Und es funktioniert: Durch die Initiative der Restaurants wurden im vergangenen Jahr mehr als 20.000 Euro an Obdachlosenhilfen gespendet.

Ausgedacht hat sich das Projekt Mathias Bach. Der Immobilienkaufmann und seine Frau, die Grafikdesignerin Sophie Bach, kamen nach einem Kurzbesuch in London auf die Idee zu "Hilf Mahl" – dort gibt es das System unter dem Namen "Streetsmart" schon seit einigen Jahren. Bisher nehmen vor allem teure Restaurants an dem Projekt teil.

Der Grund, wie Bach in einem Interview mit dem "Hamburger Abendblatt" erklärt: "Wer in der Mittagspause immer in das selbe Restaurant geht, um günstig zu essen, soll nicht überstrapaziert werden.“

Bachs Idee kommt in Deutschland an: Mittlerweile gibt es "Hilf Mahl" nicht nur in Hamburg, sondern seit 2014 auch in München – dort nehmen inzwischen sogar mehr Restaurants teil, als beim Hamburger Vorbild.

Eines der 26 teilnehmenden Münchner Restaurants ist das "Restaurant Huber" in München-Bogenhausen. Für Restaurantbetreiber und Küchenchef Michael Huber ist klar: Er will helfen. Er versuche jedes Jahr zu spenden – dieses Jahr habe er sich für die Aktion "Hilf Mahl" entschieden.

"Manche geben auch mal 50 Euro"

Bei seinen Gästen kommt das Projekt ganz unterschiedlich an, sagt Huber. "Manche sind extrem hilfsbereit und spenden auch mal 50 Euro", sagt er. Doch viele hätten für Obdachlose wenig übrig – auch keinen Euro. Doch durch diejenigen, die mehr spenden, kämen am Ende doch größere Beträge zustande, sagt der Küchenchef.

Um noch mehr Menschen auf die Aktion aufmerksam zu machen, hat sich "Hilf Mahl" prominente Helfer gesucht: Schauspieler Ulrich Tukur und die Schriftstellerin Kirsten Boie unterstützen das Projekt als offizielle Partner. Laut der Website des Projekts, ist das Zukunftsziel von "Hilf Mahl" nicht nur noch mehr Spenden zu sammeln, sondern auch auf das komplexe, oft missverstandene Thema Obdachlosigkeit aufmerksam zu machen.

Oft sei es eben nicht damit getan, den Betroffenen ein Dach über dem Kopf zur Verfügung zu stellen, heißt es dort. "Es erfordert Beratung, Fortbildung und Unterstützung, die Betroffenen in ein Leben zurückzuführen, dass sie vielleicht schon längst vergessen haben."

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