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28/01/2016 20:29 CET | Aktualisiert 28/01/2016 20:36 CET

Zika-Virus: Kölnerin infiziert

dpa

Der Zika-Virus ist in Deutschland angekommen. Zum zweiten Mal in diesem Jahr wurde die Erkrankung bei einem Deutschen festgestellt. Bereits vor einer Woche wurde der Virus bei einer Kölnerin nachgewiesen. Sie war nach Haiti gereist und hatte sich wohl infiziert. Sie wurde direkt an eine Spezialklinik in Hamburg überwiesen. Das berichtet jetzt der WDR.

Das Zika-Virus haben schon mehrere Reisende nach Deutschland und in andere europäische Länder eingeschleppt. Jedoch sind sie nicht ansteckend. Das Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin stellte seit 2013 bundesweit zehn Infektionen fest.

Fünf der Betroffenen hätten sich seit Oktober 2015 angesteckt - alle in Lateinamerika, wie der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit am Donnerstag berichtete. Weitere neue Fälle sind ihm nicht bekannt, er rechnet aber mit einer Dunkelziffer. Das Bernhard-Nocht-Institut ist auch das Referenzzentrum für Zika-Infektionen in Deutschland. Der Erreger ist vor allem schon in 23 Ländern auf dem amerikanischen Kontinent aufgetaucht.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) prüft wegen der dramatischen Ausbreitung des mysteriösen Zika-Virus die Ausrufung eines globalen Gesundheitsnotstands. Dazu sei für kommenden Montag eine Krisensitzung internationaler Virusexperten einberufen worden, teilte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan am Donnerstag in Genf mit.

Chan sprach von einer "explosionsartigen" Verbreitung des gerade für schwangere Frauen gefährlichen Zika-Virus, das im Verdacht steht, bei Babys Schädelfehlbildungen zu verursachen.

Möglicherweise gebe es allein in Brasilien bereits 1,5 Millionen Zika-Fälle. In ganz Amerika könnte es ohne energische Gegenmaßnahmen zu drei bis vier Millionen Ansteckungen kommen, befürchtet die WHO. Dies sei Anlass zu "großer Sorge". Hauptgrund dafür sind laut Chan Hinweise, wonach das Zika-Virus Mikrozephalie auslösen kann: Babys kommen mit zu kleinen Schädeln auf die Welt; geistige Beeinträchtigungen sind die Folge. Das Virus wird wie das Dengue-Fieber von der Moskitoart Aedes aegypti übertragen.

In Rio de Janeiro versprechen die Organisatoren des Karnevals und der Olympischen Spiele, dass mit Sonderbekämpfungsprogrammen Gefahren für Touristen verhindert werden sollen. Im Bundesstaat Rio de Janeiro hat sich die Zahl der Babys und Embryonen mit Schädelfehlbildungen auf 171 erhöht. Landesweit gibt es 4180 Fälle, bei zwölf ist eindeutig festgestellt worden, dass sich die Mütter zuvor mit Zika infiziert hatten. In Brasilien starben bereits 68 Babys durch Mikrozephalie.

Mit dpa-Material

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