POLITIK
26/01/2016 22:44 CET | Aktualisiert 26/01/2016 23:54 CET

Studie sieht Trendwende: Ostdeutschland wird Zuwanderungsregion

SeanPavonePhoto via Getty Images
Dresden, Germany above the Elbe River.

Mehr als zwei Jahrzehnte nach der Wende ist die Abwanderung aus Ostdeutschland gestoppt. Seit 2012 ziehen nach amtlichen Zahlen mehr Menschen aus Westdeutschland und dem Ausland in den Osten als umgekehrt. "Wir haben eine Trendwende", sagte Reiner Klingholz, der Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, am Dienstag in Berlin.

Davon profitierten aber in erster Linie die größeren Städte wie Leipzig, Dresden, Jena, Erfurt und Potsdam. In 85 Prozent der Gemeinden überwiege noch immer die Abwanderung.

Ich schätze, dass sich der Trend verstetigt

Das Institut hat Zahlen der Statistischen Ämter in einer Studie zusammengefasst. Die stark wachsende Hauptstadt Berlin wurde nicht berücksichtigt.

"Ich schätze, dass sich der Trend verstetigt", sagte Klingholz. Die Ost-Beauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD), bemerkte, die Städtebauförderung und der Stadtumbau Ost hätten die Städte lebenswert gemacht. Nun seien "pfiffige Lösungen" für das Land gefragt.

Klingholz sagte, im Westen sei der Drang in die Städte ähnlich stark. Das Land sei dort aber dichter besiedelt als im Osten, was die Versorgung erleichtere.

Auch die HuffPost hatte zuletzt immer wieder über die Zukunftschancen der östlichen Bundesländer berichtet. So war in diesem Zusammenhang erst vor kurzem bekannt geworden, dass ein großer Teil der Flüchtlinge Ostdeutschland verlässt und in westdeutsche Ballungsgebiete zieht.

Zudem hatte eine im Dezember vorgestellte Studie der Bertelsmann-Stiftung gezeigt, dass es nicht gerade gut um den ostdeutschen Ausbildungsmarkt steht. Laut der Studie ist das Angebot an Ausbildungsplätzen im Osten zwischen 2007 und 2013 um fast 40 Prozent geschrumpft.

Der aktuell positive Bevölkerungstrend bestätigt nun also, dass es fatal wäre, den Osten der Republik abzuschreiben. Doch auch vorher gab es schon vereinzelte Hinweise darauf, dass die neuen Bundesländer auf einem guten Weg sind.

So leben etwa in Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern bundesweit die meisten 20- bis 24-Jährigen mit qualifizierter Schulbildung. Mehr als 80 Prozent haben dort einen Abschluss des Sekundarbereichs II, also mindestens Fachabitur.

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