POLITIK
26/01/2016 20:35 CET

"Schweinkram": Schulen in NRW boykottieren offenbar zunehmend den Sexualunterricht

dpa

Wird Sexualität an zahlreichen nordrhein-westfälischen Schulen totgeschwiegen? Zunehmende Widerstände gegen den Sexualkunde-Unterricht an Schulen beobachten einem Bericht der „Rheinischen Post“ zufolge Vertreter der Gesundheitsämter und Aids-Beratungsstellen in Krefeld, Mönchengladbach und Viersen.

„Das Thema Sexualität wird in den Schulen zunehmend totgeschwiegen“, sagte dem Blatt zufolge auch Philipp Einfalt von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Der Unterricht findet aus absurden Gründen nicht statt

Obwohl der Lehrplan es verpflichtend vorsehe, finde der Unterricht „aus absurden Gründen nicht statt“, berichtete Harriet Fischer vom Krefelder Gesundheitsamt kopfschüttelnd.

Stellenweise werde der verpflichtend im Lehrplan vorgesehene Unterricht als „Schweinkram“ bezeichnet. Die Befangenheit sowohl der Lehrer als auch der Schüler sei groß, so Fischer.

So werde im Vorfeld nicht genügend Aufklärungsarbeit geleistet, wie eine Mitarbeiterin der Krefelder Aidshilfe berichtete. Erst als bereits mehrere minderjährige Schülerinnen schwanger waren, sei sie gebeten worden, an der betreffenden Schule Informationen über Verhütung zu geben, sagte Fischer.

Ob das Problem aus Sicht der GEW ein landes- oder gar bundesweites Phänomen ist, war am Dienstag nicht zu erfahren. Sowohl die Gewerkschaft als auch das nordrhein-westfälische Kultusministerium waren zunächst für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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