Bravo-Studie: So tickt die Jugend 2016

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Wie ticken Teenager? Die Bravo-Studie hat es herausgefunden. | Stanislaw Pytel via Getty Images
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Die Jugend von heute! Von der haben Ältere ein ganz klares Bild: Irgendwie dreht sich bei Jugendlichen doch eh alles um Models, Stars und Pornos. Aber ist das wirklich so? Eine neue Studie hat die Erfahrungen der deutschen Jugendlichen erhoben.

Jetzt hat das Jugendmagazin "Bravo" die "Dr.-Sommer-Studie 2016" veröffentlicht. Und wenn "Bravo" und "Dr. Sommer" es nicht wissen, wie die "Generation Selfie" tickt - wer dann? Sie stehen ja für die Aufklärung von Generationen.

Insgesamt wurden nun 2.492 Mädchen und Jungen im Alter zwischen elf und 17 Jahren online über das Marktforschungstool "Youth Insight Panel" (YIP) von "Bravo" sowie bevölkerungsrepräsentativ über das Institut "respondi" befragt:

Der eigene Körper

Die Kritik an Formaten wie "Germany's Next Topmodel", wonach ein ungesundes Idealbild an Jugendliche vermittelt wird, kennt man. Und sie ist nicht unbegründet. Das sagt einem nicht unbedingt die Erfahrung, wenn man selbst Kinder hat, sondern auch die Studie: Die körperlichen Veränderungen in der Pubertät machen vielen Jugendlichen zu schaffen.

  • Nur jedes zweite Mädchen (52 Prozent) und zwei Drittel der Jungen (67 Prozent) sind mit ihrem Body zufrieden.
  • Das Gewicht spielt in der Wahrnehmung eine enorme Rolle. 78 Prozent glauben an einem Zusammenhang zwischen Beliebtheit und "Dünn sein".
  • Nur etwa die Hälfte der weiblichen Zwölfjährigen ist mit ihrem Gewicht zufrieden. Viele Mädchen, und bereits jede Dritte ab 13 Jahren, steigen regelmäßig auf die Waage.
  • Diäten sind deshalb schon früh wichtig: Jede zehnte Elfjährige und jede vierte Zwölfjährige hat schon einmal eine gemacht.

Teens im Selfie-Fieber

Instagram, Facebook und Co. - hier tummeln sich auch Teenager. Denn die eigene Wirkung und der Vergleich mit anderen ist ihnen extrem wichtig, ergab die "Dr.-Sommer-Studie".

  • Fast jede zweite Zwölfjährige nutzt Social Networks. Grund: Selfies posten und hoffentlich positives Feedback darauf. Sind die Mädchen 13 oder älter posten 67 Prozent von ihnen Bilder, bei den Jungen ist es nur knapp jeder Zweite (49 Prozent).
  • Jeder zehnte 14-Jähriger hat von sich schon Nackt-Selfies oder Erotik-Bilder gemacht. Die Jungen sind dabei mit 17 Jahren aktiver als die Mädchen.
  • Auch die negativen Folgen und die Eigendynamik nach dem Posten oder Verschicken von Nacktbildern, sogenanntes "Sexting", haben 23 Prozent der Mädchen und 16 Prozent der Jungen schon erlebt. Sie wurden schon mal wegen ihres Aussehens gemobbt.

Alles Porno?

Die meisten Mädchen interessieren sich nicht für Pornos, bei Jungs geht es jedem zweiten so. So lautet das Ergebnis der "Bravo"-Studie. Trotzdem:

  • Die Hälfte der 15-jährigen Jungen und ein Drittel der ebenso alten Mädchen haben schon "echte Pornos" geschaut.
  • Pronos schauen Jugendlich meistens am Computer (85 Prozent). 30 Prozent der Mädchen und 41 Prozent der Jungen nutzen hierfür aber auch mobiles Internet - zum Beispiel am Handy.

Das erste Mal Sex

Sex-Plattformen wie "Youporn" und Co. beeinflussen Jugendliche, lassen sie freizügiger werden und Sex wird früher zum Thema. Mag man meinen. Die Jugend-Studie zeigt: Jugendliche fühlen sich gut informiert, wenn es um Liebe und die schönste Nebensache der Welt geht. Trotzdem:

  • "Generation Selfie" lässt sich Zeit für die erste sexuelle Erfahrung: Erst 27 Prozent der befragten 16-Jährigen und 47 Prozent der 17-Jährigen hatte schon einmal Geschlechtsverkehr.
  • Bei der Verhütung setzen 68 Prozent der Mädchen und 84 Prozent der Jungen auf Kondome, dicht gefolgt von der Pille (Mädchen: 74 Prozent, Jungen: Prozent).
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