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26/01/2016 12:47 CET | Aktualisiert 26/01/2016 13:14 CET

Amnesty International: Iran lässt weiter Jugendliche hinrichten

Amos Chapple via Getty Images
Im Iran sind Kinder und Jugendliche nicht immer frei. Einige sitzen im Todestrakt.

Amnesty International deckt auf, dass im Iran noch immer minderjährige Straftäter zur Todesstrafe verurteilt werden. Als gesetzliche Straftäter werden Mädchen bereits ab neun Jahren und Jungen ab fünfzehn Jahren angesehen.

Neunjährige Mädchen werden hingerichtet

Zwischen 2005 und 2015 wurden laut der Menschenrechtsorganisation 73 junge Menschen hingerichtet, die zum Zeitpunkt ihrer Straftat keine 18 Jahre alt gewesen seien. Mindestens vier von ihnen wurden im Jahr 2015 umgebracht. Die meisten Hinrichtungen gebe es wegen Mordes, Vergewaltigung, Rauschgiftdelikten. Aber auch Feindschaft gegen Gott gilt als Straftat und Hinrichtungsgrund.

Amnesty beschuldigt den Iran sich von seinen Verpflichtungen zu entziehen. Die Reformen im Jugendstrafrecht seien unzureichend. Zuletzt habe das Land die UN-Kinderrechtskonvention 1991 unterzeichnet und 1994 ratifiziert. Dies verbietet die Todesstrafe und lebenslange Freiheitsstrafe ohne Möglichkeit der Haftentlassung für Minderjährige. Allerdings gelten diese Konventionen nicht für die Delikte, die von der Scharia festgelegt werden.

Unzureichende Reformen

Said Boumedouha, Leitung des Nahost- und Afrikaprogamms der Amnesty kommentiert: "Der Bericht zeichnet ein zutiefst deprimierendes Bild von jugendlichen Straftätern, die in der Todeszelle schmachten, denen wertvolle Jahre ihres Lebens geraubt werden - oft, nachdem sie auf Grundlage unfairer Prozesse zum Tode verurteilt wurden. Darunter solche, die auf durch Folter und Misshandlung erzwungenen Geständnissen beruhen."

Nach den Reformen von 2013 würden sogar zunehmend junge Straftäter erneut vor Gericht gebracht, nachträglich für "geistig erwachsen" erklärt und zum Tode verurteilt.

Derzeit befindet sich Irans Präsident Hassan Ruhani auf Europareise und besucht heute Papst Franziskus in Rom. Damit zeigt er, dass er nicht an einem religiösen Konflikt interessiert ist. Außerdem nutzt er die Reise um neue wirtschaftliche und politische Kontakte zu knüpfen.

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