LIFESTYLE
25/01/2016 12:19 CET

Daran erkennt man, ob jemand wirklich Depressionen hat, oder nur so tut

KatarzynaBialasiewicz via Getty Images
Daran erkennst du jemanden, der an einer Depression leidet

Es sollte eigentlich ein Service für Arbeitgeber sein. Personalberater James Adonis schrieb im Sydney Morning Herald einen Gastbeitrag mit dem Titel „Psychische Krankheit: Wer täuscht sie vor?“. Darin beschreibt er Anzeichen, an denen Arbeitgeber erkennen, wann ihre Angestellten psychische Krankheiten nur vortäuschen.

Der Katalog umfasst Punkte wie: „Sie übertreiben“, „sie weisen immer wieder auf ihre Krankheit hin und wiederholen sich dabei“ oder „sie sagen, dass es ihnen zu schlecht geht, um zu arbeiten, doch im Privatleben stimmt alles“.

Er rät dazu, die Arbeitnehmer schriftlich oder mündlich zu ermahnen, dass sie Konsequenzen zu befürchten haben, wenn sie noch einmal eine Krankheit vortäuschen. Und behauptet, dass sich dann weniger Menschen wegen psychischer Probleme krank melden.

Die These kam nicht bei allen Lesern gut an, besonders nicht bei einer:

Schriftstellerin und Bloggerin Anna Spargo-Ryan, die selbst an einer Depression leidet, erzürnte der Artikel so sehr, dass sie auf ihrer Facebook-Seite zwei Fotos von sich postete mit dem Kommentar: „Diese Fotos von mir wurden im Abstand von drei Tagen gemacht. Auf dem ersten habe ich eine psychische Krankheit. Auf dem zweiten habe ich eine psychische Krankheit.“

Sie wollte mit der Aktion darauf hinweisen, dass Depressionen viele Gesichter haben und die Grenzen zwischen Täuschung und Realität bei dieser Krankheit fließend sind: „Ein Grund, warum es so schwer ist zu sehen, wer in eine Depression schlittert, ist, dass die Menschen sich selbst - und alle um sie herum - ihnen einreden, dass sie es sich nur einbilden“, schreibt sie.

These photos of me were taken three days apart. In the first one, I have a mental illness. And in the second one, I...

Posted by Anna Spargo-Ryan on Freitag, 22. Januar 2016

Diese Fotos von mir wurden im Abstand von drei Tagen gemacht.

Auf dem ersten habe ich eine psychische Krankheit.

Auf dem zweiten habe ich eine psychische Krankheit.

Der "Sydney Morning Herald" veröffentlichte heute eine Artikel von James Adonis: Wie erkennen Arbeitgeber Angestellte, die ihre „psychische Krankheit“ vortäuschen, um von der Arbeit nach Hause zu gehen.

Ein Vorschlag dieses Idioten war, „eine Warnung an jene auszusprechen, die du verdächtigst, ihre Krankheit vorzutäuschen“.

Ein Grund, warum es so schwer ist zu sehen, wer in eine Depression schlittert, ist, dass die Menschen sich selbst - und alle um sie herum - ihnen einreden, dass sie es sich „nur einbilden“ oder „nur traurig sind“ oder „nur wollen müssen, dass es besser wird“. Es ist eine „flüchtige“ Krankheit, die nur existiert, weil wir gar nicht wollen, dass es uns gut geht, oder weil wir sie uns eingeredet haben, oder weil wir uns nicht bemühen, oder weil wir sie nur vortäuschen.

Dumme „Personal-Management-Denker“ erhalten den Mythos aufrecht, dass psychische Krankheiten eine Täuschung sind, um der Gesellschaft zur Last zu fallen. Gute Menschen haben psychische Krankheiten. Wir müssen ihnen das Gefühl geben, dass wir sie unterstützen - egal, ob in der Arbeit oder Zuhause oder in der Schule oder sonstwo. Nicht, dass wir ihre Täuschung aufdecken wollen. Nicht, dass ihre Krankheit nicht ernsthaft sei. Nicht, dass die Zeit, die sie Zuhause zur Erholung statt in der Arbeit verbringen, ein Schwindel ist.

Beide Fotos zeigen eine psychische Krankheit. Ich hoffe, es hilft euch dabei, die Schwindler zu erkennen.

Gut gebrüllt, Anna!

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