WIRTSCHAFT
25/01/2016 09:29 CET | Aktualisiert 25/01/2016 09:32 CET

Von Beruf Fee: Warum ein Mann jeden Tag einem wildfremden Menschen einen Wunsch erfüllt

funduck via Getty Images
Mädchen im Park

Die Idee von der guten Fee, die uns drei Wünsche erfüllt, kennen wir eigentlich nur aus den Märchen. Es waren die wundersamen Geschichten, die uns die Eltern vorgelesen haben, bevor sie uns einen Gute-Nacht-Kuss gaben und das Licht ausknipsten.

Der Brite Bill Griffin ist so eine Märchen-Fee. Zumindest fast.

Er hat ein Startup gegründet, das Wünsche erfüllt. Genau einen Wunsch. Einmal am Tag.

Das funktioniert ganz einfach: Jeder kann auf der Webseite "Crowdwish“ mitteilen, was sein größter Wunsch ist. Dann können alle gemeinsam darüber abstimmen, welcher erfüllt werden soll. Anschließend entscheidet Griffin, welcher der Wünsche mit den meisten Stimmen der Gewinner ist.

Wünsche von 746 Menschen hat er bis heute wahr werden lassen.

Oft sind es nur symbolische Gesten.

"Ich habe ‚Crowdwish' gegründet, weil es online keinen Ort gab, um die Hoffnungen, Träume und Sehnsüchte der Menschen zu sammeln. Jeder Mensch auf der Welt hat sie. Deshalb wollte ich sie formulieren, visualisieren und erfüllen“, sagt der 43-Jährige im Gespräch mit der Huffington Post. Finanziert werde "Crowdwish“ durch Sponsoring von verschiedenen Firmen.

"Oft sind es nur kleine Gesten. Manchmal sind es auch bedeutungsvollere Wünsche“, sagt Griffin.

Wie der Wunsch einer Mutter für ihren schwerkranken Sohn Denver. Sie schrieb auf die Webseite: "Ich wünsche mir, dass mein kranker Sohn eine große Ladung Geburtstagskarten bekommt.“

Anschließend schickten Nutzer von "Crowdwish“ Dutzende Karten an den kleinen Jungen aus Florida. Kleine Geste, große Wirkung.

junge


Die Geschichte des kleinen Denver ist ein Beispiel von vielen, das zeigt, wie wertvoll es ist, unserem Gegenüber eine kleine Freude zu machen. Und was eine vermeintlich kleine Hilfestellung bei anderen Großes bewirken kann.

Wie zum Beispiel bei diesem Wunsch: "Ich wünsche mir, dass ein Obdachloser einen Becher heißen Kaffee bekommt.“ Das Ergebnis: "Crowdwish“ kaufte etliche Tassen Kaffee und Kekse für Menschen, die am Rande der Gesellschaft auf der Straße leben.

homeless


Auch die Geschichte eines kleinen Mädchens, das an Knochenmarkkrebs litt, führte zu großer Hilfsbereitschaft. "Crowdwish“ druckte Hunderte Plakate und schickte sie an Schulen, um einen Spender zu finden.

mädchen


Aber auch weniger ernste Wünsche äußern die Nutzer auf die Webseite. Griffin selbst macht keine Unterschiede. "Ich liebe einfach jede Art von Wunsch, so kitschig das klingen mag“, sagte er der Huffington Post.

So wünschte sich zum Beispiel ein anderer Nutzer, dass er endlich weniger handysüchtig wird. Das Startup erstellte ihm eine einzigartige Handyhülle. Darauf druckten sie einen Text, der den jungen Mann ab sofort von seiner Handysucht befreien sollte: „Berühre dein Handy nicht, außer es handelt sich um einen absoluten Notfall. Ernsthaft.“

Mit jedem Wunsch pro Tag möchte Griffin ein kleines Zeichen setzen. Für eine Gesellschaft, in der sich Menschen füreinander interessieren. Eine Gesellschaft, in der die kleinen und großen Wünsche nicht Traumblasen bleiben, die nur artikuliert werden – sondern auch erfüllt werden.

Auch auf HuffPost:

"Echte menschliche Freude kennt keine Grenzen": Ein Brautpaar feiert seine Hochzeit und lädt 200 Flüchtlinge ein

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Gesponsert von Western Digital