POLITIK
24/01/2016 13:36 CET | Aktualisiert 24/01/2016 14:09 CET

Kehrt der Polit-Terrorismus zurück? Schüsse auf AfD-Helfer in Karlsruhe

dpa

Mit Mütze und Schal maskiert hat ein Unbekannter in Karlsruhe auf einen Helfer der Alternative für Deutschland (AfD) geschossen.

Nach Darstellung des Kreisverbands der AfD hatte der Unbekannte den 36-Jährigen am Samstagabend zunächst aufgefordert, zu verschwinden. Der Plakatierer setzte sich laut Polizei daraufhin in seinen Lieferwagen, um loszufahren.

Der Unbekannte zog jedoch eine Pistole aus einer Tasche und schoss von außen durch das geschlossene Beifahrerfenster, verfehlte den Fahrer aber. Die Polizei suchte zunächst vergebens nach dem Schützen. Der Mann blieb unverletzt, wie die Polizei am Sonntag mitteilte.

Spirale der Gewalt

Das Opfer, laut AfD Mitarbeiter einer Karlsruher Werbeagentur, wollte ein Plakat mit der Aufschrift «Erfolg der Energiewende: Siehe Stromrechnung!» an einen Laternenmast anbringen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts der versuchten Tötung.

Die Hintergründe der Attacke waren zunächst unklar. Dennoch ist der Vorfall ein weiteres Beispiel für eine Besorgnis erregende Tendenz in Deutschland: Politische Gewalt wird wieder normal.

Erst kürzlich drohten AfD-Anhänger dem Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter mit Erschießung. Auch aus Ostdeutschland werden immer wieder Fälle von Drohungen gegen Politiker gemeldet - von rechten und linken Extremisten.

Hinzu kommen Straßenkrawalle wie zuletzt in Leipzig.

Erste Bürger reagieren auf die Entwicklung. In Leipzig fordern vier renommierte Bürgerrechtler: „Die Spirale der Gewalt hat nicht mehr hinnehmbare Dimensionen erreicht.“

"Gewalt sowie extremistische und demokratiefeindliche Positionen sind ohne Wenn und Aber zu verurteilen, egal wie sie politisch begründet werden", heißt es in dem Appell weiter.

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