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Der Kreml soll ein Putin-Interview mit der "Bild" verfälscht haben

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Sasha Mordovets via Getty Images
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Hat Wladimir Putin ein Interview mit der "Bild"-Zeitung verfälschen lassen? Diese Frage wirft die "taz" auf. Demnach soll der Kreml ein Gespräch mit "Bild"-Chefredakteuer Kai Diekmann und dessen Stellvertreter Nikolaus Blome in der russischen Übersetzung an einigen Stellen aufgeweicht haben.

Die Version auf der Kreml-Webseite weiche teils deutlich vom Original ab, berichtet das Blatt. Der Vorwurf: Kritische Formulierungen seien weichgespült, manche Fragen seien komplett gestrichen worden. Trotzdem sei die russische Version des Textes um ein Drittel länger als das deutsche Original.

Was haben wir falsch gemacht?

Die "taz" führt mehrere Textstellen an, die nicht mit der deutschen Version des Interviews übereinstimmen. So wurde aus der "Bild"-Eingangsfrage "Was ist so fürchterlich schiefgelaufen im Verhältnis zwischen Russland und dem Westen?" eine etwas andere Version.

"Was haben wir falsch gemacht?", übersetzt die "taz" die Passage aus der Kreml-Version - was indirekt als eine Art Schuldeingeständnis des Westens gedeutet werden könnte.

Seltsam auch: In der russischen Fassung des Interviews bedanken sich die deutschen Journalisten für das „wundervolle und sehr ausführliche Gespräch“. In der "Bild"-Version heißt es schlicht „Herr Präsident, wir danken Ihnen für dieses Gespräch“.

Was Blome und Diekmann Putin wirklich gefragt haben, ist jedoch nicht nachvollziehbar - in der Video-Fassung des Interviews zeigte die "Bild" lediglich die Antworten des Kreml-Chefs:

In einem Interview mit der Deutschen Welle (DW) hatte Blome kürzlich gesagt: „Soweit mir bekannt ist, sind die Äußerungen des Präsidenten nicht gemildert worden“. Das Interview sei nach deutschen Regeln geführt worden, ausschlaggebend sei die deutsche Version gewesen, die vom russischen Präsidenten persönlich autorisiert worden sei. „Für uns ist alles in Ordnung", sagte Blome der DW.

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