ELTERN
22/01/2016 18:48 CET | Aktualisiert 22/01/2016 18:53 CET

Dieser Test soll die Persönlichkeit eines Kindes zeigen. Was ein Junge wählt, bringt den Vater zum Weinen

Marc Romanelli via Getty Images
Kind beim Spielen

Wenn Eltern ein Kind bekommen, wünschen sie ihrem Kind natürlich nur das Beste für sein Leben.

Sie hoffen, dass es ein glückliches Leben hat, an keinen schlimmen Krankheiten leidet, die Schule schafft und im besten Fall auch noch einen guten Job bekommt, mit dem es sich selbst und später seine eigene Familie versorgen kann.

Viele Eltern versuchen deswegen, ihrem Kind die besten Voraussetzungen für sein späteres Leben zu bieten und alles richtig zu machen. Aber alles kann man eben nicht beeinflussen - und das ist ja auch gut so.

Jedes Kind muss seinen Weg selbst finden.

Gespannt sind die meisten Eltern natürlich trotzdem. In der chinesischen Kultur gibt es deswegen ein Ritual, durch das Mutter und Vater schon frühzeitig erfahren sollen, was aus ihrem Kind einmal werden soll.

Schon seit der Song-Dynastie, also seit 1000 Jahren, wenden viele Chinesen das Ritual "Zhuazhou" an. Klassischerweise wird "Zhuazhou" am ersten Geburtstag durchgeführt.

Die Eltern testen ihr Kind, indem sie ihm eine Auswahl an verschiedenen Gegenständen hinlegen und es einen auswählen lassen. Das Ergebnis soll angeblich aussagen, welche Neigungen und Fähigkeiten das Kleine als Erwachsener haben wird.

Über den Filehosting-Dienst "Imgur" tauchte ein Bild mit einer rührenden Geschichte zu diesem chinesischen Brauch auf.

Tumblr-User "hanthelion" erzählt in dem Post davon, wie sein Vater ihn zwischen drei Gegenständen auswählen ließ:

"Ich habe meinen Vater gefragt, ob ich ihn je dazu gebracht hätte, vor mir zu weinen - ich konnte mich nicht erinnern, ihn je weinen gesehen zu haben. Er sagte: 'Einmal.' Er erzählte mir: Als ich drei Jahre alt war legte er einen Stift, einen Dollar und ein Spielzeug vor mich. Er wollte sehen, für was ich mich entscheiden würde. Ich glaub viele Chinesen machen das... Es stellt dar, was man am meisten schätzen wird, wenn man groß ist.

Der Stift steht für Intelligenz, Geld ist eben Geld und das Spielzeug repräsentiert Spaß. Er machte es einfach aus Neugier und Langeweile. Es war interessant für ihn, welches ich aussuchen würde. Er sagte, ich sei aber einfach dagesessen und habe die Gegenstände angeschaut. Er saß mir gegenüber und wartete geduldig.

Dann krabbelte ich auf die Dinge zu und er hielt seinen Atem an. Ich schob einfach alles beiseite und ging direkt in seine Arme.

Er hatte nicht realisiert, dass er selbst auch eine der Auswahlmöglichkeiten war. Und das war der erste und einzige Mal, dass ich ihn zum Weinen gebracht hatte."

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Die Geschichte motivierte viele weitere User ihre Kindheitsgeschichten preiszugeben - und zeigen, dass der Brauch sich über die chinesische Kultur hinaus verbreitet hat.

Ein User erzählt: "Meine katholische Familie machte das mit einem Dollar, einem Rosenkranz und einem Schnapsglas an meinem ersten Geburtstag. Jetzt gibt es ein Babyfoto von mir mit einem Schnapsglas in meinem Mund."

Viele erzählen auch davon, wann sie ihren Vater weinen gesehen haben - anscheinend ein prägendes Ereignis für viele. "Ich habe meinen Dad nur einmal weinen sehen: Als uns gesagt wurde, dass meine kleine Schwester nicht überleben wird", schreibt einer.

Ein anderer User veröffentlichte: "Ich habe meinen Vater zweimal weinen sehen. Einmal, als meine Mutter die Scheidung wollte und ein zweites Mal, als sein bester Freund an multipler Sklerose starb. Meiner Meinung nach ist es einer der traurigsten Dinge auf der Welt, einen erwachsenen Mann weinen zu sehen. Es braucht viel für einen Mann, um in der Öffentlichkeit zu weinen."

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