POLITIK
21/01/2016 16:20 CET | Aktualisiert 21/01/2016 17:19 CET

"Kölner Opfer selbst schuld": Angebliche Imam-Aussage sorgt für Riesenwirbel

Die Ereignisse der Kölner Silvesternacht haben nicht nur in Deutschland, sondern weltweit hohe Wellen geschlagen. Medien aus aller Welt berichten über die sexuellen Übergriffe an Frauen. Auch der russische Privatsender REN TV zeigte einen rund 10 Minuten langen Beitrag über Köln.

Neben einem Opfer und einem Vertreter der Polizei kam auch Sami Abu-Yusuf, der Imam der Kölner Tauhid Moschee, im Interview mit dem TV-Sender zu Wort. In der russischen Übersetzung wird er zitiert: "Die Ereignisse in der Silvesternacht waren die Schuld der Frauen, weil sie halbnackt waren und Parfum trugen". Und weiter: "Es ist kein Wunder, dass die Männer diese Frauen attackierten, wenn sie selbst Feuer ins Öl gossen".

Es wären Aussagen mit Sprengkraft, zu denen sich der Imam da vermeintlich hinreißen ließ. Ein Sprecher der Tauhid Moschee dementierte allerdings auf Anfrage der Huffington Post, dass der Imam diese Aussage je getätigt habe.

Was Abu-Yusuf tatsächlich gesagt hat, lässt sich aus dem Beitrag des TV-Senders nicht mehr ausmachen - die Passage wurde mit einem russischem Voiceover versehen, in dem ganz klar von der Schuld der Frauen die Rede ist. Die Original-Tonspur ist kaum mehr hörbar.

Die "Daily Mail" , die "Bild" und viele andere Medien übernahmen die Aussage wie vom russischen TV-Sender zitiert - und bringen die Kölner Moschee und ihren Imam in Erklärungsnot.

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