WIRTSCHAFT
21/01/2016 12:27 CET | Aktualisiert 22/01/2016 09:06 CET

5 Minuten ungekühlt: Das passiert mit Hackfleisch vom Discounter

Hackfleisch vom Discounter oder vom Metzger um die Ecke? Die Vorteile beim Fleisch aus der Kühltheke sind klar: Es verspricht fast immer eine längere Haltbarkeit als das frische Produkt und ist noch dazu billiger. Ob das auch wirklich stimmt, hat die SWR-Sendung „Marktcheck“ genauer unter die Lupe genommen.

Dafür haben die Experten Hackfleisch aus acht verschiedenen Discountern und Supermärkten eingekauft und es anschließend im Labor untersuchen lassen.

Bereits vor der Analyse der Wissenschaftler fällt auf: Auf den Packungen versteckt sich ganz klein der Hinweis „bei unter zwei Grad verbrauchen bis ...“. In einem gewöhnlichen Kühlschrank herrschen aber zwischen sechs und acht Grad.

hackfleisch

Ein normaler Einkauf macht es außerdem kaum möglich, das Fleisch in niedriger Temperatur zu halten. Schließlich muss das Fleisch von der Supermarkt-Kühltheke bis nach Hause transportiert werden. Das ist unter einer halben Stunde kaum machbar, außer der Kunde geht mit einer Kühlbox einkaufen – das passiert aber selten.

"Rohes Fleisch ist ein hoch verderbliches Lebensmittel. Das rohe Fleisch muss immer gekühlt werden, die Kühlkette darf niemals unterbrochen werden. Und wenn ich dieses Fleisch dann auch noch stark zerkleinere, dann explodieren die Keimzahlen“, sagt Lebensmittelhygieniker Gero Beckmann in der Sendung.

Fleisch ist stark keimbelastet

Nachdem das Fleisch ein paar Tage im Kühlschrank gelagert wurde, hat Marktcheck die Proben ins Labor gebracht.

Das Ergebnis ist bedenklich: Bei vier der Proben wird der Richtwert für Hygienekeime, Enterobacter, überschritten. Und es gibt sogar eine Warnwert-Überschreitung bei Fäkalkeimen, E.Coli. Eine solche Probe würde die Lebensmittelüberwachung als nicht sicher einstufen, resümiert der Experte.

Marktcheck hat die Handelsunternehmen mit den Ergebnissen konfrontiert. Diese verwiesen nur auf die Packungshinweise, dass die Zwei-Grad-Kühlkette einzuhalten sei, berichtet die Sendung.

Auch ob die Kühlkette im Vorfeld eingehalten wurde, kann der Kunde kaum erkennen. Denn die Hersteller arbeiten mit einer so genannten Schutzatmosphäre. Das bedeutet: Das Fleisch wird im Vorfeld mit einem Gasgemisch behandelt, das es länger frisch aussehen lässt.

Fleisch schnell verbrauchen

"Bei abgepacktem Hackfleisch ist es so: Rötliche und rote Farbe ist kein Kriterium mehr für Frische. Wir finden häufig Untersuchungsergebnisse, die zeigen, dass die mikrobiologische Qualität nicht mehr stimmt, obwohl das Fleisch noch rot, rötlich ist“, sagt Lebensmittelhygieniker Beckmann.

Die Sendung kommt zu dem Schluss, dass dem Frischeversprechen bei abgepacktem Hackfleisch nicht zu trauen sei. Der Rat an den Verbraucher lautet: Entweder den Einkauf noch am selben Tag verzehren. Oder gleich beim Metzger des Vertrauens einkaufen.

Die komplette Sendung könnt ihr euch hier auf der Webseite des SWR ansehen.

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Die perfekte Methode: Ihr solltet Hackfleisch nie wieder anders auftauen!

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