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Juden in Deutschland in Angst: "Progadanda unter Arabern so drastisch wie in der NS-Zeit"

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KIPPA
Ein Mann mit einer Kippa auf dem Kopf sitzt am 14.04.2015 im Chabad-Zentrum in Berlin beim Gedenkgottesdienst für einen getöteten 22-Jährigen aus Israel. | dpa
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Bei Juden in Deutschland geht die Angst um. Denn die Gewalt auf den Straßen gegen sie nimmt nicht ab. Die jüdische Gemeinde in Deutschland bringt das auch mit der derzeitigen Flüchtlingskrise in Verbindung.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière versuchte nun zu beruhigen. Befürchtungen der jüdischen Gemeinden vor einer wachsenden Islamisierung Deutschlands durch den Zuzug muslimischer Flüchtlinge seien nicht berechtigt, sagt er in Frankfurt. In Deutschland aufgewachsene Salafisten machten ihm weit mehr Sorgen als der islamische Einfluss durch muslimische Flüchtlinge, sagte der CDU-Politiker am Dienstagabend.

Zudem: Der Bundesinnenminister wies darauf hin, dass antisemitische Straftaten im vergangenen Jahr nach den vorläufigen Zahlen leicht zurückgegangen seien. Dies gelte auch für Gewalttaten und sei eine "gute Nachricht".

Glaubwürdig fanden das die Vertreter der jüdischen Gemeinde nicht. Der Vorsitzende der Frankfurter Jüdischen Gemeinde, Salomon Korn, hielt de Maizière entgegen, dass die Zufluchtsuchenden zum großen Teil aus Ländern kämen, die anders als die Türkei keinen "aufgeklärten Islam" kennen würden. Viele Flüchtlinge seien in einem Umfeld von Antisemitismus und eines islamischen Missionierungsbedürfnisses groß geworden.

Angst macht auch ein Vorfall aus der jüngsten Zeit: Erst kürzlich wurde ein Mann mit einer Kippa auf Fehrmarn wohl von zwei Flüchtlingen attackiert, die ihn beschimpft und ausgeraubt hatten.

Und dann zog Korn noch einen drastischen Vergleich, um das Problem zu verdeutlichen: "Die Propaganda im Nahen Osten ist mindestens so drastisch wie in der NS-Zeit, die Kinder in den arabischen Ländern werden indoktriniert wie die Kinder im Dritten Reich."

Für de Maizière hatte Korn aber auch noch eine weitere Botschaft: Ein größeres Problem als die muslimischen Zuwanderer sei jedoch der erstarkende "rechte Rand" der Gesellschaft, warnte er. Derzeit drifteten auch viele Bürger aus der Mitte der deutschen Gesellschaft nach rechts ab.

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