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19/01/2016 14:10 CET | Aktualisiert 19/01/2016 14:10 CET

Gehirn frisst sich selbst: Diese beliebte Partydroge ist gefährlicher, als man bisher dachte

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Gehirn frisst sich selbst: Diese beliebte Partydroge ist gefährlicher als man bisher dachte

Kokain ist seit den 90ern eine der beliebtesten Partydrogen - und wird in bestimmten Kreisen gerne verhamlost. Weil es - im Gegensatz zu vielen anderen Drogen wie Heroin oder Crystal Meth - keine körperliche Abhängigkeit verursacht.

Das heißt, man hat zwar keine körperlichen Entzugserscheinungen, wenn man es absetzt, allerdings ist die psychische Abhängigkeit umso größer. Man gewöhnt sich an den Effekt und braucht immer mehr von der Substanz, um auf "Touren" zu kommen. Das kann zu einer Veränderung der Persönlichkeit führen. Auch körperliche Schäden infolge des Konsums sind bekannt - etwa eine Verengung der Blutgefäße oder Schäden am Herz.

Neue Studie: Kokain zerstört das Gehirn

Eine in dem Magazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlichte Studie geht nun davon aus, dass Kokain auch zu einen verheerenden Nebeneffekt im Kopf auslösen kann: Das Gehirn frisst sich auf.

Autophagie nennt man diesen Prozess, bei dem sich Zellen selbst verdauen. An sich ist das keine schlechte Sache, da Zellen dadurch mit sich selbst aufräumen und von unerwünschten Ablagerungen befreit werden. "Eine Zelle ist wie ein Haushalt, der sich darum kümmern muss, den Müll loszuwerden. Und das erledigt Autophagie", sagt Prasun Guha von den John Hopkins University of Medicine, der die Forschung leitete.

Normalerweise ist Autophagie also gut fürs Gehirn, doch Kokain kann dazu führen, dass der "Haushälter" unserer Zellen auch Sachen rausschmeißt, die wir eigentlich brauchen - wie Mitochondrien, die Energie für die Zellen produzieren.

In Tierversuchen auch Embryos koksender Mäuse betroffen

Die Wissenschaftler fanden bei toten Mäusen, denen große Dosen Kokain zugeführt worden waren, klare Anzeichen von Zelltod im Gehirn durch Autophagie. Sie entdeckten aber auch Spuren von Autophagie im Gehirn von Mäusen, deren Müttern in der Schwangerschaft Kokain gegeben worden war.

Glücklicherweise schlugen die Forscher auch gleich ein Gegenmittel vor: Ausgerechnet eine experimentelle Droge namens CGP3466B könne die Gehirnzellen davon abhalten, sich selbst unter Kokaineinfluss zu verdauen. Aber die Nebeneffekte einer Droge mit einer anderen Droge zu bekämpfen, ist wohl nicht die beste Idee. Daher: Finger weg von Kokain!

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