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Nahe Stuttgart eröffnet Deutschlands erste Unterkunft für aggressive Flüchtlinge

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Nahe Esslingen eröffnet Deutschlands erstes Heim für Problem-Flüchtlinge | dpa
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Aus Sicht mancher Anwohner ist es ein Albtraum. Aus Sicht der politisch Verantwortlichen im schwäbischen Landkreis Esslingen ist es jedoch der einzig mögliche Ausweg: In einem speziellen Heim bringen die Behörden jetzt mehr als zwei Dutzend Flüchtlinge vor allem aus Nordafrika gesondert unter.

Der Hintergrund: Die Männer waren in der Vergangenheit als „Störer“ oder durch gewalttätige Auseinandersetzungen aufgefallen. Durch das bundesweit einmalige Pilotprojekt wollen die Behörden vor allem die Flüchtlinge in den örtlichen Sammelunterkünften besser schützen.

Probleme mit nordafrikanischen Flüchtlingen

In Ostfildern im Landkreis Esslingen bei Stuttgart spielten sich Mitte Dezember dramatische Szenen ab. In der dortigen Flüchtlingsunterkunft stach damals ein 24-jähriger Asylsuchender auf einen zwei Jahre jüngeren Heimbewohner ein und verletzte ihn lebensgefährlich.

Kurz vor Weihnachten mussten dann erneut mehrere Streifenwagen zu derselben Unterkunft ausrücken. Es war zu einem handfesten Streit zwischen mehreren Flüchtlingen gekommen.

Den Behörden zufolge war es nicht der erste Einsatz in der Sammelunterkunft an der Theodor-Rothschild-Straße. „Wir haben dort 270 Männer aus 21 Ländern in einer Halle untergebracht. Das führt dort natürlich zu Spannungen“, sagt Peter Keck, Sprecher des Landratsamtes des Landkreises Esslingen, im Gespräch mit der Huffington Post. Probleme gebe es insbesondere mit nordafrikanischen Flüchtlingen.

Große Unterkünfte sind das Problem

Und auch in einer anderen mit 120 Flüchtlingen belegten Notunterkunft im Landkreis Esslingen kam es laut "Stuttgarter Zeitung" zuletzt zu massiven Übergriffen. Männer hätten sich geprügelt, Mobiliar sei zu Bruch gegangen, und es seien ebenfalls Messer gezückt worden.

„Vor allem in größeren Unterkünften haben wir immer wieder Flüchtlinge, die für Streit sorgen und das Zusammenleben stören“, sagt Keck. Deshalb habe der Landkreis Esslingen ab Montag dieser Woche „auffällige Personen, die sich nicht in größeren Unterkünften integrieren können“, in einer Unterkunft am Ortsrand der 6500 Einwohner großen Gemeinde Deizisau einquartiert. Die Maßnahme erfolgte in Absprache mit der dortigen Rathausspitze.

In einer auf ihre Bedürfnisse angepassten kleineren Unterkunft sollten sie Hilfe „und die Chance für eine Stabilisierung erhalten.“ Laut Keck würden dort „vor allem problematische Flüchtlinge aus Nordafrika untergebracht“.

Widerstand gegen das Projekt

Die Bewohner der Sonderunterkunft waren in der Vergangenheit unisono durch rüpelhaftes oder brutales Verhalten aufgefallen. „Wir bringen dort aber keine Kriminellen unter, sondern Menschen, die etwa bei einer Balgerei aufgefallen sind“, sagt Landratsamtssprecher Keck.

Asylsuchende, die „etwa in der Sammelunterkunft die andere Bewohner mit einem Messer verletzt oder etwa eine Eisenstange über den Kopf gehauen haben, sind nicht dabei.“

Dennoch regte sich im Esslinger Landkreis, zu dem auch Ausläufer der Schwäbischen Alb gehören, rasch Widerstand gegen das neue Quartier für Rüpel-Flüchtlinge. „Die Besorgnis bei den Bürgern ist sehr groß“, sagt auch Keck. Er betont jedoch: Es wird ständig ein Sicherheitsdienst da sein.“ Dieser werde eng mit der Polizei kooperieren.

Andere Regionen in Deutschland dürften jedenfalls mit Argus-Augen auf das Projekt schauen. Denn in ganz Deutschland kommt es immer wieder zu Problemen in Flüchtlingsheimen. Esslingen hat vielleicht nun eine Lösung dafür gefunden.

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