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19/01/2016 17:22 CET

Das Einzige, was wirklich gegen meine Depression hilft

Arief Juwono via Getty Images
Das Einzige, das wirklich gegen meine Depression geholfen hilft

Sport ist gut für Körper und Geist – so weit, so bekannt. Aber seinen inneren Schweinehund zu überwinden und Sport zu treiben, soll tatsächlich auch gegen Depression helfen. Die englische Journalistin Bella Mackie machte zwei Jahre lang den Selbstversuch.

Wie sie in ihrem Kommentar in der Onlineausgabe des Guardian erzählt, hatte Mackie mit Sport davor nie sonderlich viel am Hut und war immer die Letzte, die im Sportunterricht ins Team gewählt wurde.

„Aber vor ein paar Jahren musste ich durch eine schwere Phase mit Scheidung, Krankheit und Todesfällen. Auf meiner Couch zusammen zu brechen war nicht mehr die Lösung, und so beschloss ich nach einem ganz besonders schlimmen Tag, eine Runde um den Block zu laufen. Ich kann nicht behaupten, dass sich danach etwas fundamental verändert hat, aber ich weiß, dass ich es sofort am nächsten Tag wieder getan habe.“

Laut der Stiftung Deutsche Depressionshilfe leidet jeder fünfte Deutsche einmal im Leben an einer Depression – oft wird sie durch einen Schicksalsschlag ausgelöst, manchmal ist sie auch einfach da.

Über 39 Studien kamen in den letzten Jahrzehnten zu der Erkenntnis, dass Sport gegen Depression hilft. Die Cochrane Collaboration fasste 2013 die Studien zusammen und bestätigte die Ergebnisse.

Sport setzt Botenstoffe im Gehirn frei

Wie genau Sport gegen Depression hilft, darüber gibt es verschiedene Theorien. Eine Annahme, die Psychology Today auf Basis einer wissenschaftlichen Arbeit der University of Toronto fällt, ist so simpel, dass sie fast stimmen muss: Unsere Körper sind biologisch darauf ausgerichtet, sich besser zur fühlen, wenn wir uns bewegen.

Diese Funktion besitzen wir, da wir sonst nicht überleben könnten. Wenn wir menschliche Bedürfnisse befriedigen – essen, trinken, schlafen, Sex haben, sozial interagieren oder uns bewegen - setzen wir Botenstoffe im Gehirn frei , die uns dazu veranlassen, diese Dinge wieder zu tun.

Genauer gesagt werden Endorphine freigesetzt, die Schmerz hemmen und unsere Stimmung allgemein heben.

Eine andere Theorie, die Cochrane Collaboration in seiner Forschungsarbeit behandelt, geht davon aus, dass uns das Erreichen von selbstgesteckten Zielen, wie wir sie uns beim Sport setzen, glücklich macht.

Auch Bella Mackie begann sich beim Sport kleine Ziele zu setzen: 5 Kilometer in unter 30 Minuten laufen, eine Woche lang jeden Tag zu Fuß in die Arbeit gehen, 10 Liegestütze auf einmal machen.

„Laufen hat mir dabei geholfen, die Sorgen in meinem Kopf zum Schweigen zu bringen“

„Die wichtigste Erkenntnis, die ich aus all dem Schweiß gezogen habe, ist, dass Sport den Menschen auf ganz unterschiedliche Weise hilft.“ Die einen machen es für ihre körperliche Gesundheit, um abzunehmen oder ihren Blutdruck zu verbessern, die anderen für den Stressabbau , manche, um besser zu schlafen, manche, um schneller in die Arbeit zu kommen.

Bella Mackie macht es für ihren Geist: „Laufen hat mir dabei geholfen, die Sorgen zum Schweigen zu bringen, die durch meinen Kopf sausten. Wenn ich mich traurig fühlte, zog ich meine Laufschuhe an und schon hatte ich das Gefühl, dass der Nebel um mich herum wieder aufstieg“.

Schon 20 Minuten Sport am Tag können helfen

Menschen, die unter Depression leiden, müssen nicht gleich zu Extremsportlern mutieren. Laut George Mammen von der University of Toronto reicht schon ein Spaziergang von 20-30 Minuten täglich, um die Symptome von Depression zu schwächen oder Depression vorzubeugen.

Auch Bella Mackie hat diese Erfahrung gemacht: „Ich werde mich selbst beim größten Gewitter, wenn ich einen Kater habe oder wenn ich traurig bin, dazu bringen, mich zu bewegen. Und das tue ich, weil es mir mehr hilft als Antidepressiva oder Therapie oder eine Schachtel voll Donuts auf dem Sofa zu futtern. Sport ist die eine Sache, die mich glücklich macht in den unglücklichsten Zeiten“.

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