POLITIK
18/01/2016 03:16 CET | Aktualisiert 18/01/2016 07:51 CET

Tillich: "Wir müssen Flüchtlinge zur Integration zwingen"

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Stanislaw Tillich

Sachsens Ministerpräsident gibt zu, dass die deutsche Flüchtlingspolitik naiv war. "Wir sind in den vergangenen Monaten zu idealistisch an die Flüchtlingskrise herangegangen", sagte der CDU-Politiker Stanislaw Tillich der Zeitung "Die Welt" mit Blick auf die massenhaften Übergriffe auf Frauen in Köln in der Silvesternacht.

Die Erwartungen an Flüchtlinge seien überzogen gewesen. "Wir haben von hervorragend ausgebildeten Flüchtlingen gesprochen, die unser Land weiterbringen werden. Wir haben allen Flüchtlingen unterstellt, sie würden nach ihren Leidenswegen so froh sein, hier in Frieden leben zu dürfen, dass sie niemandem etwas Böses antun. Köln hat uns ein Menschenbild gezeigt, das wir bisher ignoriert haben."

Die Silvesternacht habe auch sein Bild der Flüchtlinge verändert. Am Kölner Hauptbahnhof waren massenhaft Frauen von einem Männer-Mob umzingelt, begrapscht und ausgeraubt worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass die meisten Täter nordafrikanischer und arabischer Herkunft sind.

Tillich hält weitreichende Integration für absolute Pflicht. Wer als Flüchtling hier leben wolle, müsse unsere Werte akzeptieren sowie unsere Rechte und Normen einhalten. "Wir müssen diese Menschen zur Integration zwingen. Diese Menschen wollen unseren Wohlstand teilen. Sie können nicht nur nehmen, sondern müssen auch geben." So müssten die Flüchtlinge Deutsch lernen. Wer nicht zu Integrationskursen erscheine, müsse Abstriche an seiner finanziellen Unterstützung in Kauf nehmen.

Reden müsse man auch über den Umgang der Deutschen mit der Polizei. "Die Polizei in Köln hat von massiven Respektlosigkeiten gegenüber den Beamten berichtet. Woran liegt das wohl? Die Flüchtlinge sehen doch, wie wir selbst mit unserer Polizei umgehen. Wir müssen unseren Polizisten wieder ihr staatliches Gewaltmonopol zubilligen. Dann zeigen auch Ausländer Respekt gegenüber den Ordnungskräften."

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