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17/01/2016 09:43 CET

Schock-Statistik: Vergewaltiger haben in Deutschland selten etwas zu befürchten

dpa

Die Gewaltnacht von Köln wirft viele wichtige Fragen auf. Eine davon ist: Wie reagiert Deutschland auf sexuelle Staftaten - unabhängig von der Herkunft der Täter? Eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen von 2014, die der "Bild am Sonntag" vorliegt, zeigt eine erschreckende Wahrheit.

Demnach ist die Verurteilungsquote bei Vergewaltigungen in Deutschland auf einen Tiefstwert gesunken. Nur noch 7,7 Prozent aller angezeigten Vergewaltigungen führen zu einer Bestrafung der Täter, berichtet das Blatt. Im Vorjahr waren es noch 8,4 Prozent gewesen.

Sexuelle Straftäter in Deutschland haben deshalb wenig zu befürchten. Der Kriminologe und ehemalige Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts, Christian Pfeiffer sagte dazu der "Bild am Sonntag": "Die sinkende Verurteilungswahrscheinlichkeit provoziert Vergewaltiger geradezu, ihre Tat zu wiederholen.“ Das sei wie eine Botschaft, dass man nichts zu befürchten habe, wenn man sich an Frauen vergehe. "Wir müssen dringend aufklären, woran die niedrige Quote liegt und wie man sie erhöhen kann“, fordert Pfeiffer.

Laut dem Bundesverband der Frauenberatungsstellen werden in Deutschland jährlich rund 8.000 Vergewaltigungen angezeigt. Durchschnittlich werden jährlich nur etwa 1300 Anklagen erhoben. "Viele Anwälte raten den Opfern, nicht weiter dagegen vorzugehen, weil sie keine Chance hätten", sagte dazu Elke Ferner von der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen gegenüber der "ARD". Dass Vergewaltigungen oft straffrei blieben, sei unfassbar.

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