POLITIK
16/01/2016 09:35 CET | Aktualisiert 16/01/2016 10:58 CET

Terror-Alarm in Burkina Faso: Drei Angreifer getötet - 126 Geiseln befreit

AP

Sicherheitskräfte haben die Geiselnahme in Burkina Faso blutig beendet. Bei der Aktion in einem Hotel der Hauptstadt Ouagadougou seien drei Terroristen getötet und 126 Personen befreit worden, sagte Innenminister Simon Compaoré am Samstag.

Zuvor waren in einem benachbarten Restaurant mindestens zehn Leichen gefunden worden. Laut Compaoré wurden 33 Menschen verletzt. Die beiden Gebäude und die Nachbarschaft würden durchsucht, sagte er. Möglicherweise habe es weitere Tote gegeben.

Die Extremisten hatten das Viersternehotel Splendid sowie ein Restaurant namens Café Cappuccino am Freitagabend angegriffen und sich im Anschluss mit Geiseln im Splendid verschanzt. Dutzende französische Soldaten kamen über Nacht aus dem benachbarten Mali zur Hilfe nach Ouagadougou. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums war zudem ein US-Militär zugegen.

Den Sicherheitskräfte gelang es, die im Hotel festgehaltenen Menschen nach und nach in Sicherheit zu bringen. Kommunikationsminister Remis Dandjinou sagte, unter den Befreiten sei auch der Minister für öffentliche Arbeit, Clement Sawadogo, gewesen. Aus dem rauchgeschwärzten Hotel waren noch nach Stunden heftige Schusswechsel zu hören.

Die Extremistengruppe Al-Kaida im islamischen Maghreb hat sich laut Angaben der auf die Beobachtung von Extremisten-Webseiten spezialisierten Gruppe SITE zu dem Angriff bekannt. Dieselbe Gruppierung hatte im November ein Hotel im Nachbarland Mali attackiert und 20 Menschen getötet. Sie habe wenige Stunden nach dem Beginn des Überfalls auf Arabisch mitgeteilt, dass die Angreifer in ein Restaurant eines der größten Hotels von Ouagadougou eingedrungen seien, sich nun verschanzt hätten und "die Zusammenstöße mit den Feinden der Religion weitergehen", meldete SITE.

Kämpfer behaupteten laut der Beobachtungsstelle später telefonisch, dass es "viele tote Kreuzritter" gegeben habe. Der Augenzeuge Vital Nounagnon sagte der Nachrichtenagentur AP, er habe vier Männer gesehen, die das Hotel und das benachbarte Café Cappuccino gegen 19.30 Uhr (Ortszeit, 20.30 Uhr deutscher zeit) angegriffen hätten.

Ein anderer Beobachter der Tat sagte, Sicherheitskräfte seien am Hotel zunächst umgedreht, statt den Attentätern entgegenzutreten. "Aber wir wissen, dass die Bewaffneten nicht lebend aus dem Hotel herauskommen werden", sagte er. "Unser Land ist nichts für Dschihadisten oder Terroristen. Das haben sie falsch verstanden."

Burkina Faso ist bisher kaum im Visier islamistischer Extremisten gewesen. Dennoch kämpft das westafrikanische Land seit dem Sturz des Langzeitmachthabers Blaise Compaoré Ende 2014 mit Unruhen. Im vergangenen September verübten Mitglieder der Präsidentengarde einen Putsch, begruben ihre Ambitionen aber bereits eine Woche später. Eine Übergangsregierung kam zurück an die Macht, mittlerweile wurde Roch Marc Kaboré zum Staatspräsidenten gewählt.

Das Splendid Hotel hat 147 Räume. Es ist vor allem bei Gästen aus dem westlichen Ausland beliebt.

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