POLITIK
16/01/2016 12:57 CET

Mit diesem Terror-Zitat schockt Lafontaine sogar seine Parteigenossen

dpa

Ex-Parteichef Oskar Lafontaine hat sich mit einer höchst fragwürdigen Aussage über gewaltbereite Extremisten den Zorn seiner Parteigenossen zugezogen. Auf dem Jahresparteitag der Linken zeigte er Verständnis für Extremisten, indem er sagte:

„Was sollen die Armen machen im Vorderen Orient, die seit Jahren dem Kolonialismus ausgesetzt sind? Sie haben keine Bomben, sie haben keine Raketen, sie haben keine Heere, die sie auf den Weg bringen können, um ihre Interessen zu wahren – und dann greifen sie zum Selbstmordattentat. Das zeigt doch die ganze Perversion unserer Weltordnung, dass sich Menschen nur so noch wehren können“.

Die "taz" kommentierte anschließend: "Das war einer der Momente, bei denen man sich als Reporter fragt, ob man richtig gehört hat". Der Aufschrei über Lafontaines Bemerkung blieb bislang aus - jetzt gehen führende Politiker der Linke jedoch auf Distanz zu Lafontaine.

  • Linken-Chef Bernd Riexinger sagte dem "Spiegel", zwar habe die westliche Politik zur Destabilisierung des Nahen und Mittleren Ostens beigetragen, aber: "Gewalt gegen unschuldige Zivilisten als Reaktion auf Unterdrückung ist nicht legitim." Islamischer Fundamentalismus und Terrorismus hätten vielschichtige Ursachen. "Wir geben uns nicht mit einfachen Antworten zufrieden."

  • Auch der Linken-Bundestagsabgeordnete Stefan Liebich kritisiert Lafontaine scharf: "Terroristen wahren nicht die Interessen der Armen, sondern schaden ihnen. Ihre Taten bringen keine gerechtere Welt, sondern nur neues Leid", sagte er dem Blatt.

Fraktionschefin Sahra Wagenknecht, Lafontaines Ehefrau, hingegen sieht eine "bewusste Falschinterpretation". Lafontaine sei es "in keiner Weise um die Rechtfertigung verbrecherischer Terroranschläge" gegangen. Wagenknecht und Lafontaine sind privat ein Paar.

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