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16/01/2016 15:02 CET | Aktualisiert 31/03/2016 10:33 CEST

Superfood Leinsamen: Das älteste Magen-Darm-Heilmittel kann noch mehr

Anetlanda via Getty Images
Leinsamen sind das älteste Mittel gegen Magen-Darm-Beschwerden.

  • Leinsamen fördern die Verdauung.

  • 30 Gramm des Superfoods sollte daher konsumiert werden.

  • Hinweise: Leinsamen beinhalten Lignane, die das Brustkrebsrisiko womöglich senken könnten.

Dass Leinsamen dem Magen-Darm-Trakt viel Gutes tut, wussten schon die alten Griechen. Heute sind Leinsamen und Leinöl wichtige Bestandteile einer gesunden Ernährung. Dazu hat sich das Superfood als erfolgreicher Unterstützer einer Krebstherapie erwiesen.

Als Leinsamen oder Leinsaat werden die Samen des Flachs bezeichnet. Schöner klingt sein lateinischer Name Linum usitatissimum, denn dieser bedeutet wörtlich übersetzt "ganz besonders nützlicher Lein". Tatsächlich gehört Flachs zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt.

Aus den Pflanzenfasern wird Leinen gewonnen, eine der am weitesten verbreiteten Textilien überhaupt. Die braunen oder gelben Leinsamen wurden schon im alten Griechenland als Abführmittel geknabbert. Heute wird Leinsamen auf vielfältige Art verspeist oder zu Leinöl weiter verarbeitet. Dieses gilt als besonders reich an wertvollen Omega-3-Fettsäuren.

Wie stärkt Leinsamen die Gesundheit?

In den Schalen der Leinsamen stecken sogenannte Schleimstoffe, die sich im menschlichen Darm mit Wasser verbinden. Sie quellen auf und kurbeln so die Verdauung an. Das in den Samen enthaltene Leinöl fungiert dazu als eine Art Schmieröl, das den Darminhalt schneller zum Ausgang transportiert. Dazu regen die Stoffe eine Vermehrung der gesunden Darmflora an und erzielen so eine lang anhaltende Wirkung.

leinöl

Leinsamen kann täglich als Teil des morgendlichen Müslis oder in Brot gebacken werden. Dabei sollte beachtet werden, dass schon 100 Gramm Leinsamen den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Ballaststoffen decken und rund 400 Kalorien haben. Wichtig ist außerdem die Verbindung von Leinsamen mit ausreichend Flüssigkeit im Verhältnis 1:10. Nur dann kann der Leinsamen seine wohltuende abführende Wirkung erzielen.

Außer als direktes Abführmittel kann Leinsamen auch zur Linderung der Symptome chronischer Krankheiten verzehrt werden. Patienten mit Reizdarmsyndrom bestätigen nach regelmäßiger Einnahme von Leinsamen eine Verbesserung ihrer Beschwerden.

Leinsamen als Waffe gegen Krebs und Bluthochdruck

Leinsamen enthält rund 100-mal so viele Lignane wie jedes andere Nahrungsmittel. Lignane zählen zu den Phytoöstrogenen, die im Körper an die Östrogen-Rezeptoren andocken und im Darm zu Enterolakton umgewandelt werden. Eine groß angelegte Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg mit Brustkrebspatientinnen ergab, dass ein hoher Enterolaktion-Spiegel sogar Leben retten kann.

"Wir haben nun erste deutliche Hinweise darauf, dass Lignane nicht nur das Erkrankungsrisiko für Brustkrebs nach den Wechseljahren senken, sondern auch das Sterblichkeitsrisiko um bis zu 40 Prozent", wurde Forschungsleiterin Jenny Chang-Claude zitiert.

Auch die Herren profitieren von der Heilkraft des Leinsamens. In einer Studie der Duke University in den USA zeigte sich, dass Leinsamen die Entwicklung von Prostatakrebs-Tumoren deutlich verlangsamte. Die Lignane reduzierten die Blutversorgung der Krebszellen und hemmten ihr Wachstum durch die Bindung an Testosteron.

Der an Omega-3-Fettsäuren reiche Leinsamen wirkt sich obendrein blutdrucksenkend aus. Teilnehmer einer Studie im kubanischen Holguin erhielten sechs Monate lang 30 Gramm Leinsamen und wiesen anschließend einen um 10/7 mmHg niedrigeren Blutdruck auf. Der Gebrauch blutdrucksenkender Medikamente konnte so deutlich reduziert werden.

Backen mit Leinsamen

Pro Tag sollten etwa 30 Gramm Leinsamen konsumiert werden, um den Darm anzuregen. Am einfachsten ist es natürlich, einen Esslöffel ins Frühstücksmüsli oder in den Joghurt zu geben. Lecker sind selbst gebackene Brote mit Leinsamen, zum Beispiel mit Hüttenkäse und Chia-Samen, einem weiteren nährstoffreichen Superfood.

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