POLITIK
16/01/2016 12:16 CET

Flüchtlingskrise: CSU-Politiker schreibt Brandbrief an Seehofer

Thomas Lohnes via Getty Images
Horst Seehofer soll Ebersberger Landrat Robert Nidergesäß bei der Flüchtlingsunterbringung helfen.

Erst war es Peter Dreier, Landrat der bayrischen Gemeinde Landshut, der einen Brandbrief an Angela Merkel schrieb. Diese rief ihn sogar zurück, doch den Flüchtlingsbus schickte er trotzdem nach Berlin.

Nun ist ein weiterer Landrat aus Bayern an Kapazitätsgrenzen gestoßen und verlangt Unterstützung vom Staat. Aber von der bayerischen Staatsregierung, denn die Bundesregierung hätte ihn schon einige Male enttäuscht, so Landrat Robert Niedergesäß (CSU) aus Ebersberg.

Sein Schreiben richtet der Landrat vom bayrischen Ebersberg somit nun an Horst Seehofer. Denn Niedergesäß nimmt die Worte des Ministerpräsidenten ernst. Dieser sagte im November 2015 in seiner Rede: "Niemand kann gezwungen werden, mehr zu tragen, als er kann". Seehofers Forderung nach einer Obergrenze für Flüchtlinge wird auch von Niedergesäß stark unterstützt:

"Wir alle stehen am Limit und können ein Jahr wie 2015 kein zweites Mal stemmen, das schaffen wir nicht!"

Denn laut Nidergesäß' Schreiben stößt Ebersberg nun deutlich an seine Grenzen, was die Unterbringung der rund 1700 Flüchtlinge angeht. Seit Monaten werden von über 800 Flüchtlingen die Schulturnhallen als Unterkünfte benutzt, da es in dem Landkreis keine "leerstehenden Liegenschaften" gibt.

Die Unterbringung in den Turnhallen sei aber "auf Dauer keine menschenwürdige Unterkunft" für die Asylbewerber. Es komme zu Problemen unter ihnen und außerdem seien die Turnhallen nun schon sehr lange für den Schul- und Vereinssport ausgefallen.

Auch wenn die für Mitte 2016 geplanten Unterbringungsmöglichkeiten die Lage entspannen werden, bittet er Seehofer um Unterstützung für den Fall eines vorübergehenden Aufnahmestopps.

Allerdings verspricht der Landrat in seinem Schreiben an den Ministerpräsidenten, dass seine 21 Gemeinden im Landkreis Ebersberg weiterhin an der Stemmung der "größten gesamtgesellschaftlichen Herausforderung der Nachkriegszeit" mitwirken werden.

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