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Ausländer-Kriminalität: Alice Schwarzer hat einen Verdacht

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Keine Berufsgruppe steht in Deutschland derzeit so sehr in der Kritik wie Polizisten. Die gravierenden Führungsfehler beim Polizeieinsatz in der Kölner Silvesternacht haben das Thema Sicherheit in Deutschland massiv befeuert.

Jetzt hat sich auch Alice Schwarzer zu dem Thema geäußert - mit einer äußerst steilen These. Die Frauenrechtlerin und "Emma"-Chefin behauptete in einem Interview, dass deutsche Behörden bewusst Straftaten von Menschen mit Migrationshintergrund verdeckt halten.

70 bis 80 Prozent aller Vergewaltigungen in Köln gehen auf das Konto von Türken

Als Beleg erwähnt Schwarzer in Interview mit dem "Spiegel" und der "Welt" eine Begegnung mit einem Polizisten - die allerdings schon länger her ist. "Bereits vor 20 Jahren hat ein Kölner Polizist zu mir gesagt: Frau Schwarzer, 70 bis 80 Prozent aller Vergewaltigungen in Köln gehen auf das Konto von Türken", berichtete sie der "Welt".

Sie sei entsetzt gewesen, sagte Schwarzer dem Blatt, und habe dem Mann geantwortet: "Das müssen Sie unbedingt öffentlich machen! Denn auch ein Türke wird ja nicht als Vergewaltiger geboren. Das hat ja Gründe. Was ist los bei denen? Was können wir tun?"

Reaktionärer geht es nicht

Schwarzers Angaben zufolge habe sie damals vom Polizisten die klare Ansage bekommen: "No way, das ist politisch nicht opportun." Ihr Verdacht: "Genau diese Art politischer Correctness verschleiert die Verhältnisse. Reaktionärer geht es nicht."

Im "Spiegel" sagte Schwarzer in einem Streitgespräch mit der Frauenrechtlerin Anne Wizorek zum selben Thema: "Bei der Po­li­zei gab es also seit Lan­gem eine gro­ße Frus­tra­ti­on über die­se Ver­tu­schun­gen. Ich glau­be, das än­dert sich jetzt ge­ra­de. Und das ist gut so."

Der Vorwurf, dass Polizisten aus politischem Gehorsam die Herkunft krimineller Ausländer verschweigen, ist nicht neu. Gibt es bei der Polizei tatsächlich eine Vertuschungskultur?

Rainer Wendt, Chef der Polizeigewerkschaft (DPolG), hatte kürzlich in der Talksendung "Hart aber fair" von einer "politischen Erwartungshaltung" an die Beamten gesprochen. Die Polizei hätte deshalb ihre Sprachregelungen verändert.

So seien Roma im Sprachgebrauch der Beamten mittlerweile nur noch Menschen "mit häufig wechselnden Wohnorten", sagte Wendt. Auch bei Vergewaltigung und Nötigung gehe die Polizei laut dem Gewerkschaftschef nicht offen mit ihren Informationen um.

In Nordrhein-Westfalen gebe es jedoch seit langem einen Erlass, dass Nationalitäten von Tatverdächtigen genannt werden, wenn es dem Verständnis des Sachverhalts oder der Fahndung dient, berichtete zuletzt die "Welt".

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