POLITIK
15/01/2016 09:50 CET | Aktualisiert 20/01/2016 12:58 CET

Stadt erteilt männlichen Flüchtlingen Schwimmbad-Verbot

In Bornheim bei Bonn dürfen männliche Flüchtlinge nicht mehr ins städtische Hallenbad. Die Stadt habe ihnen den Zugang verboten, weil sich immer mehr Besucherinnen und Angestellte über sexuelle Belästigungen durch Männer aus einer nahen Asylbewerberunterkunft beschwert hätten, sagte Sozialdezernent Markus Schnapka am Freitag.

Dabei habe es sich nicht um Straftaten gehandelt. Das Verbot sei bei den Bewohnern der Unterkunft auf Verständnis gestoßen. "Sobald wir von den Sozialdiensten die Mitteilung bekommen, dass die Botschaft angekommen ist, beenden wir diese Maßnahme wieder", sagte Schnapka und bestätigte damit mehrere Medienberichte.

Die Frage ist, ob solche Maßnahmen nach den Vorfällen von Köln das richtige Zeichen sind? Erst gestern hatte Rheinberg in NRW den Karneval abgesagt. Auch mit dem Hinweis auf die "Flüchtlingssituation". Bornheim und Rheinberg lösen mit ihren Schritten aber das Problem nicht. Sie senden eher die Botschaft: Wir sind hilflos, wir schaffen das nicht.

Aber diese Botschaft ist verheerend. Denn sie unterstützt das ohnehin schon bei vielen Bürgern vorhandene Gefühl, dass der Staat sie nicht mehr schützen kann. Gerade in Nordrhein-Westfalen wäre es jetzt an der Zeit, dass die Politik die Situation offensiv angeht. Dass sie zeigt: Wir können die Sicherheit garantieren. Das lässt sich durch stärkere Polizeipräsenz erreichen und Programme, die Bürger und Flüchtlinge zusammenbringen.

Mit Material der dpa

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