POLITIK
15/01/2016 19:52 CET | Aktualisiert 16/01/2016 13:54 CET

Doppelt so viele wie erwartet: 220.000 Flüchtlinge belegen freiwillig Deutschkurse

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Asylbewerber wollten sich doch gar nicht integrieren, hätten gar kein Interesse daran, deutsch zu lernen - so lautet eines der vielen Vorurteile von Flüchtlingsgegnern. Zahlen der Bundesagentur für Arbeit belegen aber nun genau das Gegenteil.

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Die Agentur hat für Asylbewerber zusätzliche Deutschkurse eingerichtet - und ist überwältigt, wie positiv das Angebot aufgenommen wird. Mehr als doppelt so viele Neuankömmlinge als erwartet haben sich angemeldet. Mit bis zu 100.000 Teilnehmern hatten die Mitarbeiter gerechnet. Zum derzeitigen Zeitpunkt nehmen an den Kursen mehr als 220.000 teil.

Überwältigendes Interesse an den Sprachkursen

"Das überwältigende Interesse an den Sprachkursen zeigt eine ausgeprägte Motivation unter den Flüchtlingen mit hoher Bleibeperspektive, sich schnell zu integrieren", sagte Peter Clever, Vize-Vorsitzender des BA-Verwaltungsrats, der dpa. Wichtig sei eine frühzeitige Förderung bereits während des laufenden Asylverfahrens.

Die Agentur für Arbeit hatte zusätzliche Kurse eingerichtet, weil in den bisher bestehenden Integrationskursen längst nicht mehr genügend Plätze für die vielen Flüchtlinge gibt. Die von der Agentur eingerichteten Deutschkurse sind nur vorübergehend, finden aber eine riesige Resonanz bei den Asylbewerbern.

Sie existieren nun zusätzlich zu den verpflichtenden Integrationskursen - und finden eine riesige Resonanz bei den Asylbewerbern.

73 Prozent der Teilnehmer kommen aus Syrien

An den Sprachkursen können auch bislang nicht anerkannte Asylbewerber teilnehmen, wenn sie gute Bleibechancen haben. Auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat seine Integrationskurse inzwischen für Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive geöffnet. Bis zum Herbst 2015 konnten an diesen nur bereits anerkannte Flüchtlinge teilnehmen.

Die BA hofft, mit dem Angebot die Jobchancen der Flüchtlinge zu verbessern. Die Kosten sollen zwischen 320 und 400 Millionen Euro liegen und werden aus Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung finanziert. 73 Prozent der Kursteilnehmer kommen den Angaben zufolge aus Syrien, 14 Prozent aus dem Irak, acht Prozent aus Eritrea und fünf Prozent aus dem Iran. Der weit überwiegende Teil sind Männer.

(mit Material von dpa)

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