POLITIK
14/01/2016 15:36 CET | Aktualisiert 14/01/2016 16:12 CET

Wegen Flüchtlingssituation: Erste Stadt in NRW sagt Karnevalsumzug ab

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Wegen der Flüchtlingssituation sagt die erste Stadt ihren Karnevalsumzug ab. Der Präsident des ausrichtenden Karnevalsclubs in Rheinberg im Kreis Wesel sagte der "Rheinischen Post": „Die Zeit bis Rosenmontag reicht nicht mehr, um die von der Stadt geforderten Sicherheitsauflagen zu erfüllen. Deshalb haben wir uns entschieden, den Zug abzusagen.“

Der Hintergrund: Im Stadtteil Orsoy in Rheinberg befindet sich ein Flüchtlingsheim, in dem demnächst bis zu 500 Flüchtlinge unterkommen sollen.

Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass diese Flüchtlinge den Zug besuchen und es "möglicherweise zu Vorfällen wie in der Silvesternacht in Köln komme", sagte ein Sprecher der Stadt am Donnerstag. Zu dem Umzug wurden von Seiten der Stadt auch "Problemgruppen" aus anderen Städten erwartet. Außerdem befürchtete die Verantwortlichen ein Verkehrschaos.

Der lokale Karnevalsverein sollte als Reaktion auf die Vorfälle in Köln ein Sicherheitskonzept erarbeiten. Das Problem: Da die Zeit knapp wurde, war das dem Karnevalsverein nicht mehr möglich. Daraufhin sagte die Stadt den Karneval "schweren Herzens" ab, die die "RP" schreibt.

Ob das wirklich die richtige Reaktion auf die Situation ist? Es darf bezweifelt werden. Denn statt Vertrauen schürt eine solche Aktion eher die Angst bei den Bürgern. Die Frage muss erlaubt sein: Wenn Karnevalsveranstaltungen in den vergangenen Jahren weitgehend friedlich verliefen, warum sollte das jetzt auf einmal anders sein?

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