POLITIK
14/01/2016 10:43 CET

Wochenlang verschwiegen: Das passierte mit 50 muslimischen Männern am Flughafen

SOMATUSCANI via Getty Images
So fies behandelt der Genfer Flughagen muslimische Mitarbeiter

Es ist eine unfassbare Geschichte, die erst jetzt an die Öffentlichkeit kam: Nach den Anschlägen von Paris hat die Sicherheitsdirektion in Genf kurz vor Weihnachten die Sicherheitsbestimmungen am Flughafen verschärft.

Personen, die Zugang zur Sicherheitszone - wie zum Beispiel den Gepäckbereich - haben, wurden überprüft. In Folge wurde bis zu 50 Mitarbeitern der Zutrittsausweis entzogen. Was auffällig ist: Ausnahmslos alle gesperrten Mitarbeiter sind Muslime.

Der Anwalt Pierrre Bayenet, der fünf der betroffenen Personen vertritt, kritisiert das Vorgehen des Flughafens im Gespräch mit SRF scharf: "Sie wissen bis heute nicht, warum ihnen der Ausweis entzogen wurde. Die meisten Betroffenen sind Männer, die Knochenarbeit erledigen: Kofferpacker, schlecht bezahlt, meist in Frankreich wohnhaft".

Als die Arbeiter am 23. Dezember morgens zum Flughafen kamen, soll ihr Mitarbeiterausweis einfach nicht mehr funktioniert haben. Keiner der Betroffenen sei überhaupt angehört worden, bevor die Zugangsberechtigung entzogen wurde. "Offenbar haben die Behörden hastig und aus Angst entschieden", sagt Bayenet.

Der Islamische Zentralrat der Schweiz (IZRS) forderte am Dienstag in einer Pressemitteilung eine Stellungnahme der Genfer Behörden, die sich bisher nicht zu dem Vorfall geäußert haben. Fünf der Betroffenen wollen nun vor Gericht eine Erklärung und Entschädigung verlangen.

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