POLITIK
14/01/2016 11:44 CET | Aktualisiert 14/01/2016 11:52 CET

Grünen-Politiker Nouripour nach Anschlag in Istanbul: "Türkei muss Terrorzellen endlich ausheben"

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Richtete sich der Terroranschlag in der Türkei gezielt gegen Deutschland? Ein Attentäter hatte sich am Dienstag in Istanbul inmitten einer deutschen Reisegruppe in die Luft gesprengt und zehn Deutsche in den Tod gerissen.

Die Bundesregierung hat eine klare Meinung zu der Frage. Es gebe keine Hinweise darauf, dass der Anschlag bewusst auf Deutsche verübt wurde, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU).

Der außenpolitische Sprecher der Grünen, Omid Nouripour, sieht das skeptisch. „Ich hoffe, dass sich der Minister auf valide Ergebnisse bezieht. Fakt ist: Der Islamische Staat verfolgt genau unsere Politik im In- und Ausland. Ich halte es deswegen für denkbar, dass der Anschlag gezielt auf Deutsche verübt wurde", sagte er der Huffington Post.

omid nouripour

Omid Nouripour

Er forderte die Türkei dazu auf, nach dem Attentat stärker gegen den Terror vorzugehen. "Die Türkei muss sich stärker gegen IS engagieren und allem voran seine Zellen in der Türkei endlich ausheben", sagte er der Huffington Post.

Bislang kämpft die Türkei vor allem gegen die PKK - und vernachlässigt den Kampf gegen den IS. Mehr noch: Sie duldet das Treiben der Terrororganisation im eigenen Land und an der Grenze. Terroristen konnten lange Zeit unbehelligt über die Grenze reisen. Zudem deutet vieles darauf hin, dass die Türkei den Terror indirekt durch Ölkäufe finanziert.

Deswegen sind Experten auch misstrauisch, ob der Anschlag wirklich auf das Konto des IS geht - und die türkische Regierung nicht vielleicht andere Hinweise vertuscht. Allerdings gibt es auch Berichte des türkischen Geheimdiensts, dass der IS die Türkei und Touristen als Ziel erkoren habe. Nouripour jedenfalls sagt: "Es wäre plausibel, wenn die Attentäter vom IS wären."

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