POLITIK
14/01/2016 06:18 CET | Aktualisiert 14/01/2016 12:17 CET

Mindestens drei Tote bei Detonationen und Schießerei in Jakarta

Es ist ein weiterer verheerender Anschlag: Bei mehreren heftigen Explosionen und einer Schießerei mit der Polizei sind in der indonesischen Hauptstadt Jakarta nach Medienberichten mehrere Menschen ums Leben gekommen. Die Nachrichtenagentur AFP berichtet von mindestens sechs Toten und insgesamt sechs Explosionen. Indonesiens Präsident wertete den Angriff als Terroranschlag.

Inzwischen hat sich die Terrormiliz "Islamischer Staat" zu den Anschlägen bekannt.

Nach Augenzeugenberichten solle sich drei Selbstmordattentäter in einem Starbucks in die Luft gesprengt haben. Der Wachmann einer Bank, Tri Seranto, sagte der Nachrichtenagentur AP, er habe zunächst mindestens drei Männer in ein Starbucks-Café gehen sehen. Dort habe sich dann ein Angreifer nach dem anderen in die Luft gesprengt.

Zwei weitere Männer seien mit Pistolen bewaffnet in eine Polizeiwache eingedrungen. Dort seien Schüsse gefallen, sagte Seranto. Später habe er einen getöteten Polizisten gesehen, drei weitere seien schwer verletzt worden. Zwei weitere Angreifer seien geflüchtet, die Polizei habe die Verfolgung aufgenommen. Um 6:50 berichtete AP von einer weiteren Explosion in der Nähe des Cafés.

Mehrere Menschen wurden schwer verletzt, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Die TV-Sender berichteten von mehreren Angreifern, die sich einen Schusswechsel mit der Polizei lieferten. Die Polizei selbst äußerte sich zunächst nicht dazu, ob es sich um einen Anschlag mit politischem Hintergrund handelte.

Die Detonationen ereigneten sich direkt vor einem Café an einem Einkaufszentrum mitten im Zentrum der Millionenmetropole. Ein Augenzeuge nahm eine der Detonationen von einem nahe gelegenen Wolkenkratzer auf Video auf. Darauf waren riesige Rauchwolken zu sehen.

Indonesien ist das bevölkerungsreichste islamische Land der Welt. Rund 90 Prozent der 250 Millionen Einwohner sind Muslime. Muslimische Extremisten verübten nach der Jahrhundertwende mehrere blutige Anschläge, aber die Polizei hat die Terrorzellen inzwischen weitgehend neutralisiert.

In der Vergangenheit ist Indonesien wiederholt von Bombenanschlägen heimgesucht worden, für die die Dschihadisten-Gruppe Jemaah Islamiyah die Verantwortung übernahm. Seitdem die Behörden die Vereitelung einer geplanten extremistischen Attacke auf Regierungsvertreter, Ausländer und andere Personen meldete, herrscht in dem südostasiatischen Land erhöhte Alarmbereitschaft.

Am jüngsten Silvesterabend wurden rund 150.000 Polizisten und Soldaten entsandt, um Kirchen, Flughäfen und andere öffentliche Orte zu sichern. Mehr als 9000 Polizisten wurden zudem auf Bali aufgeboten, wo sich 2002 die bislang folgenschwerste Terrorattacke in dem Land mit 202 Toten ereignete.

Mit Material der DPA

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