Ist das ein Crash? Weltweit brechen die Börsenkurse ein

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WALL STREET
Aktienhändler an der Wall Street geraten in Panik | AP
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Die New Yorker Börsen sind am Mittwoch kräftig abgerutscht. Aktienhändler sprachen von einem breit angelegten Ausverkauf, der von Konsum- und vor allem Technologiewerten angeführt worden sei.

Der neuerliche Schwächeanfall bei den Energiepreisen nach dem Ölbericht aus den USA habe den Anlegern weiteren Mut genommen, sagte ein Stratege. Sie hätten als riskant eingestufte Aktienpapiere weiter verkauft. Die Kapitalmärkte seien sehr nervös, hieß es.

Der Einbruch kommt nur wenige Tage nach einer apokalyptischen Prognose der Bank of Scotland. Der Analyst Andrew Roberts hatte in einem Anlegerbrief gewarnt: "Verkauft alles!" Er warnte die Kunden vor einem "katastrophalen Jahr". Roberts geht davon aus, dass den Finanzmärkten ein ähnlicher Crash droht wie nach der Lehman-Pleite im Jahr 2008. Die aktuelle Entwicklung scheint ihm erst einmal Recht zu geben.

Der weltweit wichtigste Aktienindex sackt ab. Der Dow-Jones-Industrial-Index rutschte um 2,21 Prozent nach unten auf 16.151,41 Punkte. So tief ging das weltweit wohl am meisten beachtete Aktienbarometer zuletzt Ende September 2015 aus dem Handel.

Die Unsicherheit um China, aber auch die Turbulenzen am Ölsektor schwebten bedrohlich über dem Markt
, sagte Jens Klatt vom Analysehaus DailyFX. Dem Experten zufolge könnte der Preisverfall beim Rohöl signifikant auf die fragile US-Wirtschaft durchschlagen.

Auch der S&P-500-Index fiel. Er verlor am Mittwoch 2,50 Prozent auf 1890,28 Punkte. Der marktbreite Index fiel damit auf ein neues Tief für 2016, was den ohnehin kräftig verpatzten Start ins neue Jahr untermauert. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 brach sogar um 3,48 Prozent auf 4183,12 Punkte ein.

Der Eurokurs legte im New Yorker Handel weiter zu. Devisenhändler sprachen davon, dass die Gemeinschaftswährung von der anhaltenden Unsicherheit um die Ölpreisentwicklung profitiere. Die werde als "sicherer Anlagehafen" angesehen. Der Euro kostete zuletzt 1,0875 US-Dollar.

Auch in Deutschland ging es bergab. Der Dax hat am Mittwoch nach einem überwiegend freundlichen Verlauf mit Verlusten geschlossen. Erneut fiel der deutsche Leitindex unter die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten und wurde vor allem belastet vom deutlichen Anstieg des Eurokurses zum US-Dollar, nachdem die Ölpreise wieder ins Rutschen gekommen waren. Mit einem Minus von 0,25 Prozent bei 9960,96 Punkten ging das wichtigste deutsche Börsenbarometer aus dem Handel.

Mittlerweile beläuft sich das Minus seit seiner zu Jahresbeginn ausgelösten steilen Talfahrt auf etwas mehr als 7 Prozent.

Mit Material der DPA

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