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Ein Landrat macht ernst: Eine Gemeinde aus Niederbayern schickt Flüchtlingsbus zum Kanzleramt

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Ein Landrat macht ernst. Nach Informationen der Tageszeitung "Die Welt" startet in Landshut in Niederbayern an diesem Donnerstag um 9 Uhr ein Bus. Darin sitzen mehr als 50 Flüchtlinge, die direkt zum Bundeskanzleramt gebracht werden sollen. Der Landshuter Landrat Peter Dreier (Freie Wähler) hat Bundeskanzlerin Angela Merkel zuvor damit gedroht, Flüchtlingsbusse notfalls vor das Kanzleramt zu schicken, wenn es nicht zu einer Änderung der Flüchtlingspolitik kommt.

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Dreier kündigte die Aktion mehrmals an. Bei rund einer Million Flüchtlinge in diesem Jahr müsse der Landkreis Landshut rechnerisch etwa 1800 Asylbewerber aufnehmen, sagte er. "Die nehme ich auf, alle weiteren schicke ich per Bus zum Kanzleramt nach Berlin", erklärte Dreier der Deutschen Presse-Agentur im Oktober. Dreier schrieb auch einen Brandbrief an Merkel, über den deutschlandweit berichtet wurde.

Im HuffPost-Interview: Landrat Dreier erklärt, warum er Merkel einen Bus voller Flüchtlinge schickt

Merkel las den Brief und rief ihn zurück. Sie habe ihm entgegnet, es brauche mittel- und langfristige Lösungen, die derzeit mit der Türkei und den anderen EU-Staaten gesucht würden.

Dreier drohte damit, Flüchtlinge zum Kanzleramt zu schicken.
"Wenn Sie mir die Flüchtlinge zum Kanzleramt schicken und ich sie dann nach Griechenland zurückschicke, sind sie übernächste Woche wieder bei uns", zitierte der Landrat die Kanzlerin. Das sei keine Lösung. Merkel habe ihn damals darum gebeten, zuvor ihrem Büroleiter Bernhard Kotsch Bescheid zu geben, wie "Die Welt" schreibt.

Dreier beharrte auf einer Begrenzung des Zustroms. "Beim Hochwasser vor einem Jahr wussten die freiwilligen Helfer, dass es irgendwann aufhört zu regnen", habe er Merkel gesagt. Ohne ein klares Signal aus Berlin, dass Deutschland nicht mehr unbegrenzt Flüchtlinge aufnehmen könne, seien die erschöpften Helfer ohne Perspektive. In seinem Appell an die Kanzlerin betonte der Landshuter Kreischef daher: "Frau Merkel, Sie müssen auch auf unsere Bürger schauen, weil der innere Friede sonst in Gefahr gerät."

Dreier macht seine Ankündigung war. Aus dem Umfeld des Landrats heißt es, er habe die Flüchtlinge darüber informiert, was mit ihnen geschieht. Keiner sei gegen die Fahrt gewesen - alle seien freiwillig in dem Bus.

Mit Material der DPA

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