POLITIK
13/01/2016 07:50 CET | Aktualisiert 13/01/2016 07:57 CET

Die wichtigsten Fakten über Kriminalität unter Flüchtlingen

dpa

Seit den Ereignissen in Köln fragen sich die Deutschen, wie groß das Problem mit kriminellen Asylbewerbern wirklich ist. Hier sind die wichtigsten Fakten.

1. Die Zahl der Straftaten von Zuwanderern ist gestiegen – aber deutlich weniger stark als die Zahl der Zuwanderer.

Das berichtet die „Bild“-Zeitung am Mittwoch unter Berufung auf ein noch nicht veröffentlichtes Papier des Bundeskriminalamtes (BKA). Im Jahr 2015 (den Dezember nicht mitgerechnet) hätten Zuwanderer 186.235 Straftaten begangen, das seien 70.000 mehr als im ganzen Jahr zuvor.

Allerdings waren auch 800.000 Asylbewerber mehr registriert. Dieses Ergebnis deckt sich auch mit einer Auswertung aus Sachsen, die vor einigen Wochen ähnliche Ergebnisse geliefert hatte.

2. Asylbewerber aus einigen Nationen sind besonders negativ aufgefallen

Im Verhältnis zu ihrer Zahl in Deutschland haben laut „Bild“ Serben, Albaner, Kosovaren und Mazedonier überproportional viele Straftaten begangen – Eritreer und Nigerianer ebenfalls.

Nordafrikaner waren in den vergangenen Tagen in die Kritik geraten. Wie „Spiegel Online“ am Dienstag berichtete, wurden Flüchtlinge aus den Maghreb-Staaten in einer Analyse des BKA nicht erfasst, weil sie im Analysezeitraum nicht zu den zehn Top-10-Herkunftsländern zählten. Es ist unklar, ob sich beide Medien auf die gleiche Analyse des BKA beziehen. Laut „Spiegel Online“ fielen Serben, Kosovaren und Mazedonier bis zu viermal häufiger auf, als es ihr Anteil an der Gesamtzahl der Asylbewerber erwarten ließe.

Zumindest regional sind Nordafrikaner der Polizei massiv aufgefallen. So berichtete „Spiegel Online“ am Dienstag, dass in Köln 40 Prozent der Flüchtlinge aus dem Maghreb innerhalb eines Jahres nach ihrer Einreise straffällig geworden seien. Ähnlich wie Bosnier und Montenegriner. Unter den Syrern seien es nur 0,5 Prozent gewesen.

In Sachsen waren besonders Tunesier aufgefallen. Dort sind laut Polizei 62 Prozent der 1803 Tunesier straffällig geworden. Experten führten das auch auf eine Amnestie zurück, die nach der samtenen Revolution in Tunesien Kriminelle in die Freiheit entließ.

3. Einige Nationen wurden besonders selten auffällig

4. Laut BKA sind die häufigsten Straftaten mit zusammen zwei Dritteln

  • 1. Diebstahl (75.600 Fälle)
  • 2. Fahrkartenfälschung (26.436 Fälle)
  • 3. Körperverletzung (23.338 Fälle)

5. Sexualstraftaten liegen bei unter einem Prozent

Im Einzelnen sind das:

  • 1. Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, darunter Kindesmissbrauch (1462 Fälle)
  • 2. Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung (404 Fälle)
  • 3. Seit September soll allerdings die Zahl an Sexualstraftaten in den Sammelunterkünften für Asylbewerber zugenommen haben

6. Unter den Flüchtlingen gibt es - wie unter Deutschen - Intensivtäter

Bundesweit liegen derzeit keine Zahlen vor. In Sachsen aber hatten die Behörden festgestellt, dass 1,3 Prozent der Flüchtlinge dort im untersuchten Zeitraum fast die Hälfte aller Straftaten begangen haben.

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