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Dieses Geständnis der Behörden kommt 20 Jahre zu spät

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ACKER DEKKERS
Bayer-Chef Martin Dekkers: Sein Unternehmen vertrieb die Pestizide | Getty Images/Gettystock
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Das Massensterben der Bienen ist ein Thema, das erst seit relativ kurzer Zeit im öffentlichen Bewusstsein angekommen ist.

Das Problem besteht natürlich schon viel länger und die Ursachen dafür sind bis heute nicht ganz geklärt. Umweltschützer weisen aber schon seit einem Jahrzehnt darauf hin, dass es mit dem Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft zusammenhängen könnte.

Nun hat die US-Umweltschutzbehörde EPA zugegeben, dass zumindest eine Gruppe von Pestiziden für das Bienensterben verantwortlich sein könnte – und zwar jene, die weltweit am öftesten zum Einsatz kommt: Neonicotinoide.

Das Geständnis kommt zweifellos 20 Jahre zu spät. Umweltaktivisten und Bienenzüchter fordern schon lange ein Verbot dieser Insektengifte, da ihren Studien zufolge schon eine kleine Dosis davon Bienen und anderen Nützlingen schaden könnte.

Die Pestizide werden von den Chemiegiganten Bayer und Syngenta vertrieben und sind weltweit marktführend. Erst 2009 beschloss die EPA, diese Insektengifte im Hinblick auf ihre Umweltverträglichkeit neu einzuschätzen.

Dabei wurden die Neonicotinoide nicht alle in eine Gruppe zusammengefasst, es werden alle fünf Pestizide einzeln bewertet. Nun liegen die ersten Ergebnisse zu einem der fünf Mittel vor – und sind erschreckend.

Tatsächlich ist die Auswirkung dieses Mittels auf das Bienensterben so hoch, dass es noch bis Ende des Jahres verboten oder zumindest beschränkt werden könnte, gab die US-Behörde in einer Stellungnahme bekannt.

Schon bei der üblichen Menge, die in der Landwirtschaft eingesetzt wird, hat das Pestizid massive Auswirkungen auf den Rückgang der Bienenpopulation. Aus dem Bericht geht hervor, dass das Insektengift besonders schädlich für Bienen ist, wenn es für Zitrusfrüchte oder Baumwolle eingesetzt wird.

Erschreckend ist vor allem, dass in den sechs Jahren, seit der Bericht in Auftrag gegeben wurde, das Pestizid weiterhin in Massen in der internationalen Landwirtschaft eingesetzt worden ist – und nach wie vor ist es so.

Das Geständnis könnte erst der Anfang sein. Denn noch muss die EPA die vier anderen Insektengifte aus dieser Gruppe analysieren und auch ihre Auswirkungen auf andere Tiere wie Vögel oder Schmetterlinge untersuchen.

Des weiteren stehen Pestizide auch im Verdacht, bei Menschen Unfruchtbarkeit und Erektionsstörungen auszulösen.

Forscher warnen: Pestizide könnten Ursache für Unfruchtbarkeit und Erektionsstörungen sein

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