POLITIK
12/01/2016 20:14 CET

Nach den Anschlägen von Istanbul: Worauf es in Deutschland jetzt wirklich ankommt

dpa

Der Terror rückt unweigerlich näher an Deutschland.

Der Anschlag auf ein Hotel in Tunesien, bei dem zwei Deutsche starben. Die Terrorwarnungen nach den Anschlägen Paris, etwa beim Nationalspiel gegen die Niederlande und zu Silvester in München.

Und nun der grausame Selbstmordanschlag im Herzen Istanbuls. Mindestens acht Deutsche kamen ums Leben.

Der Anschlag ist der verheerendste seit 2002 in Djerba, als 14 Deutsche bei einem Bombenattentat starben.

Es liegt angesichts der dramatischen Ereignisse nahe, nun verschärfte Sicherheitsgesetze zu fordern. Oder danach zu rufen, den Militäreinsatz in Syrien zu verstärken – bislang ist die Bundeswehr dort nur mit Aufklärungsflugzeugen beteiligt. Kanzlerin Merkel etwa bekräftigte nach dem Anschlag ihre Entschlossenheit für den Kampf gegen Terror.

Das war auch geboten. Doch es ist wichtig, jetzt einen kühlen Kopf zu bewahren.

Denn es gibt bislang noch offene Fragen. Der Täter wurde auffällig schnell von den Behörden identifiziert. Kaum gingen die ersten Meldungen über die Medien, präsentierte Erdogan schon einen Schuldigen. Wenig später hieß es, er sei IS-Mitglied gewesen.

Gleichwohl: Beweise gibt es dafür im Moment aber noch nicht. Der IS etwa hat sich noch nicht zu dem Anschlag bekannt. Unklar ist auch, ob er gezielt auf Deutsche verübt wurde.

Alleine deswegen wäre es schlicht falsch, würde sich die Bundesregierung in den Kampf gegen den Terror weiter hineinziehen lassen. Der Bundeswehreinsatz in Syrien hat gezeigt, wie hektisch dieses Land entscheiden kann. Nicht mal eine Woche hat es gedauert, da war klar: Deutschland zieht in einen Krieg, dessen Ausgang bis heute völlig ungewiss ist.

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