POLITIK
12/01/2016 19:35 CET | Aktualisiert 12/01/2016 19:37 CET

So hämisch äußern sich osteuropäische Politiker zur Köln-Nacht

dpa

Es war abzusehen: Die Gewaltnacht von Köln spielt nicht nur der Deutschen Rechten in die Hände, sondern auch der Anti-Asyl-Politik vieler osteuropäischer Länder.

Laut eines Berichts von "Spiegel Online" reagieren nach Köln sowohl osteuropäische Politiker als auch die Medien des Landes mit Häme. So zitiert die Nachrichtenseite beispielsweise den slowakischen Regierungschef Robert Fisco, der in einer Fernsehdiskussion gesagt haben soll, Migranten seien eine "geschützte Art" geworden, er werde dabei aber nicht mitlügen. Slowakische Medien kritisieren währenddessen eine "politisch zu korrekte" Medienkultur und eine "naive Gutmenschkultur" in Deutschland.

Harte Worte kommen besonders aus Ungarn."Spiegel Online" zitiert den Publizisten Zsolt Bayer, einen engen Bekannten des Ministerpräsidenten Viktor Orbán, der in einer Zeitung seinen Hass auf Flüchtlinge ausdrückte: "Es sind Migranten. Nordafrikanische und arabische Tiere. Lauter Hyänen." Angela Merkel lasse die Deutschen von diesen "Hyänen" zerfleischen. Die deutsche Presse sei unter den Diktaturen freier und anständiger gewesen, fügte er hinzu. Ministerpräsident Orbán, der bekannt für seine harsche Anti-Asyl-Politik ist, fordert nun eine "Verteidigungslinie an der Nordgrenze Griechenland"“, um zukünftig jegliche Einwanderung nach Europa zu stoppen.

Auch Polen sieht sich in seinen Theorien bestätigt. Polens Regierungschefin Beata Szydlo nutzte die Übergriffe, um abermals vor Einwanderung zu warnen. Die Ereignisse in Deutschland hätten gezeigt, dass europäische Regierungschefs die Probleme unterschätzt hätten, sagte sie im polnischen Fernsehen. Ihr Stellvertreter Piotr Glinski fand noch deutlichere Worte: Junge Migrantenmänner wolle man nicht im Land haben.

In Rumänien und Bulgarien ist der Tenor ähnlich. Aus Rumänien zitiert "Spiegel Online" den bekannten Europaparlamentarier Traian Ungereanu, der in einer Tageszeitung Angela Merkel und ihre Flüchtlingspolitik als "Katastrophe des Jahrhunderts" betitelte - dort herrsche eine "offizielle Zensur" zu den Ereignissen von Köln. Der bulgarische Politiker Angel Dzhambazki teilt diese Meinung. Laut der Zeitung soll er in einer Sendung des bulgarischen privaten Fernsehens geäußert haben, dass die Mehrheit der Flüchtlinge nicht integrationsfähig sei. Nur wer blind und dumm sei, habe nicht erwartet, was in Köln passiert sei.

Mit Material von dpa

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