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Von Ansbach bis Weil - Aus immer mehr Städten werden sexuelle Übergriffe durch Männergruppen gemeldet

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UEBERGRIFFE
Köln kein Einzelfall: Aus immer mehr Städten werden sexuelle Übergriffe von Migrantengruppen gemeldet. | dpa
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Offenbar sind deutlich mehr Städte von teils massiven Sex-Übergriffen durch größere Männergruppen betroffen, als zunächst bekannt. Nicht nur an Silvester, sondern auch in den Tagen danach kam es in zahlreichen deutschen Städte sowie im öffentlichen Nahverkehr zu Sexualdelikten.

Auch eine Reihe von versuchten Vergewaltigungen oder Nötigungen durch Einzeltäter oder kleinere Gruppen von Migranten wurde jetzt bekannt. Betroffen ist offenbar auch eine Reihe kleinerer Städte wie etwa Ansbach oder Weil am Rhein. Auch Berichte über Attacken gegen Schwule und Transvestiten häufen sich.

Die Huffington Post zeigt, wo die Sex-Verbrecher zuletzt zuschlugen:

Allgemeine Entwicklung:
In der Vergangenheit fielen Zuwanderer hierzulande Experten zufolge nicht durch eine erhöhte Zahl von Sexualstraftaten auf. Die Zahl aller in Deutschland verübten Sexualdelikte war bis 2014 konstant hoch geblieben. Zahlen für 2015 gibt es jedoch noch nicht. Auf Anfrage der Huffington Post gab keines der 16 Landes-Innenministerien die Statistik zu Sexualdelikten heraus. Mitunter hieß es, deren Erstellung sei noch nicht abgeschlossen.

Züge und Bahnhöfe:
Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, kam es am Freitag und am Samstag allein in Zügen und in Bahnhöfen im ganzen Bundesgebiet zu fünf Sexualdelikten. Beteiligt waren laut "Bild" Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern.

Zu zwei Übergriffen auf Schülerinnen soll es wie am Freitagnachmittag in rheinland-pfälzischen Nahverkehrszügen zwischen Saarburg und Merzig gekommen sein. Laut Bundespolizei wurden zwei Mädchen massiv sexuell belästigt. Die Täter stammten offenbar aus dem arabischen oder nordafrikanischen Kulturkreis.

In einem Fall wurde eine 13-Jährige von zwei Männern sexuell belästigt. Die Täter wollten auch das Handy des Mädchens stehlen. In einem anderen Fall fuhr ein Mann, der sich in einem Fall Ahmet nannte, einer 17-Jährigen zwischen die Beine und begrapschte sie an den Brüsten.

Ansbach:
In Ansbach soll es in der Nacht auf Neujahr einen ähnlichen Vorfall wie in Nürnberg gegeben haben, der ebenfalls erst am Donnerstag angezeigt wurde. Dort sollen in der Silvesternacht drei junge Frauen im Alter von 16, 18 und 19  Jahren von vier dunkelhäutigen Männern eingekreist und sexuell attackiert worden sein. Die Frauen seien von den Männern mit Gewalt festgehalten, geküsst und am ganzen Körper unsittlich berührt worden, teilte die Polizei mit.

Berlin:
In der Hauptstadt gab es zwar offenbar keine mit Köln oder Hamburg vergleichbaren Vorfälle. Dort meldete die Polizei auf Nachfrage von "Focus Online" vergangene Woche drei Sexualdelikte. In allen drei Fällen seien Frauen auf der Silvestermeile sexuell belästigt worden, so ein Sprecher.

Bei einem weiteren Fall sagte eine Frau der Polizei laut der "Bildzeitung", sie sei von einer Gruppe von Männern bedrängt und sexuell belästigt worden. Sie sprach von bis zu fünf Tätern. Angeblich hatten mehrere Berliner Täter einen Migrationshintergrund.

Bielefeld: In der Silvesternacht gab es offenbar auch auf dem Bielefelder Boulevard und in einer Diskothek gezielte Belästigungen von Frauen durch Männergruppen. Augenzeuginnen berichteten davon, man habe sich als Frau nicht mehr sicher fühlen können. Mehrere Männer hätten Frauen bedrängt, festgehalten oder angefasst.

Demnach sollen die Täter aus einer Gruppe von etwa 150 Menschen stammen, die vor allem aus dem nordafrikanischen Raum kamen, sagte ein Polizeisprecher. Bisher seien dem Sprecher zufolge jedoch keine Anzeigen wegen Sexualdelikten eingegangen.

Bremen:
Auch aus Bremen gab es zuletzt Berichte von Antanz-Gruppen, die Passantinnen ausraubten. Eine Anfrage, ob es in der Hansestadt auch sexuelle Übergriffe gab, ließ die Pressestelle der Bremer Polizei gegenüber der Huffington Post zunächst unbeantwortet.

Burghausen:
Ein 15 Jahre altes Mädchen ist am Dienstagabend im bayerischen Burghausen angegriffen worden. Tatverdächtig sei ein junger Asylbewerber, teilte gestern Andreas Hinterschwepfinger von der Polizei in Burghausen gegenüber der "Passauer Neuen Presse" mit.

Das Mädchen war laut Polizei auf dem Heimweg in Richtung Altstadt gewesen, als ein Betrunkener sie ansprach und fragte, ob er sie küssen dürfe. Die Schülerin sei davon gerannt, doch der Mann habe sie verfolgt. Er packte die 15-Jährige der Polizei zufolge an den Handgelenken und versuchte, sie zu küssen. Sie konnte sich jedoch losreißen. Nach kurzer Flucht holte der Afghane die Jugendliche jedoch wieder ein und packte sie nun mit beiden Händen. Da das Mädchen laut um Hilfe rief, wurde eine Anwohnerin auf sie aufmerksam. Der Täter habe daraufhin von seinem Opfer abgelassen.

Dortmund:
Gleich mindestens vier Fälle von sexueller Belästigung am vergangenen Wochenende meldete die Polizei Dortmund am Montag. Die Täter agierten als Gruppen. Verdächtig sind den Angaben zufolge zumindest in drei der vier Fälle Migranten oder Flüchtlinge.

Drei Frauen wurden an verschiedenen Orten wie dem Hauptbahnhof angegriffen. Eine der Frauen entging nur knapp einer Vergewaltigung.

Die 25-jährige Dortmunderin wurde in der Nacht zum Sonntag rabiat von mehreren Unbekannten angesprochen, teilte die Polizei mit. Ein Täter soll der jungen Frau dann gesagt haben, dass er erst seit kurzem in Deutschland sei und davon ausgehe, „dass deutsche Frauen für Sex da wären“. Daraufhin soll er der Frau unter die Bluse und in die Hose gefasst haben. Das Opfer konnte sich jedoch von dem Mann lösen und rief die Polizei.

Zwei männliche Transvestiten wurden ebenfalls Opfer sexueller Gewalt. Sie wehrten sich der Polizei zufolge jedoch, bevor es zu Schlimmeren kam.

Düsseldorf:
Wie der WDR erfuhr, soll es auch in Düsseldorf in der Silvesternacht zu Übergriffen auf Frauen gekommen sein. Nach Polizeiangaben haben insgesamt elf Frauen Anzeigen wegen sexueller Nötigung und zum Teil auch wegen Diebstahls gestellt. Die Taten wurden in der Altstadt und im direkten Bahnhofsumfeld begangen und weisen deutliche Parallelen zu Köln auf. Es soll sich ebenfalls um eine Männergruppe aus Nordafrika gehandelt haben. "Die Art der Delikte ist mit denen in Köln vergleichbar", so ein Polizeisprecher.

Frankfurt:
In Frankfurt erstatten zuletzt noch immer Frauen Anzeige wegen sexueller Übergriffe in der Silvesternacht. Die Polizei ermittelte Ende vergangener Woche bereits in sieben Fällen wegen sexueller Nötigung. Zum Vergleich: In der Silvesternacht vor einem Jahr war nur ein solcher Fall angezeigt worden, wie die Polizei mitteilt.

Zuletzt gingen Hinweise auf vier Frauen unterschiedlichen Alters ein, die im Gedränge am Hintern, der Brust oder im Intimbereich angegrapscht worden sind. Bei einer dieser Frauen sei auch versucht worden, ein Handy zu stehlen. Zudem hat die Polizei mit einer Gruppe von Frauen Kontakt aufgenommen, die sich bei einem Fernsehsender wegen solcher Belästigungen gemeldet hatten. Alle Taten spielten sich rund um Mitternacht am Eisernen Steg am Main ab.

Freiburg:
In Freiburg hat es in der Silvesternacht mehrere Übergriffe mit möglicherweise schwulenfeindlichem Hintergrund gegeben. Vor einer Bar wurde ein homosexuelles Paar von mehreren Tätern angegriffen und durch Schläge und Tritte leicht verletzt, wie "Focus Online" berichtete. In der Innenstadt attackierten Unbekannte zudem einen Travestiekünstler verbal.

Hamburg:
In Hamburg gab es zu Wochenbeginn bereits über 133 Anzeigen wegen der Übergriffe an Silvester. Zahlreiche junge Frauen sollen auf St. Pauli von Männergruppen umringt, sexuell belästigt und beraubt worden. Die Täter sollen laut Polizei Männer im Alter zwischen 20 und 40 Jahren "mit südländischem oder arabischem Aussehen" gewesen sein.

Am Sonntag soll nun erneut eine Frau in einem Linienbus in Hamburg belästigt worden sein. Die Tat soll sich im Stadtteil Eidelstedt ereignet haben. Dort seien laut der 24-Jährigen Frau die Täter zugestiegen. Im Polizeibericht ist von 30 bis 40 Männern mit "südländischem Aussehen" die Rede.

Köln:
Nach den Massen-Übergriffen an Silvester am Kölner Bahnhofsvorplatz ist die Zahl der Strafanzeigen weiter gestiegen. Zuletzt seien es 516 gewesen, wie die Polizei der Domstadt am Sonntag mitteilte. In etwa 40 Prozent der Fälle werde unter anderem wegen Sexualstraftaten ermittelt. Am Freitag lag die Zahl noch bei 170. Auch zu Vergewaltigungen soll es gekommen sein.

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Kühbach:
Im schwäbischen Kühbach attackierte am Freitag ein 15-jähriger Flüchtling aus Syrien drei Frauen im Wald. Er bedrohte sie mit einem Messer, durchsuchte sie nach Wertgegenständen und begrapschte sie unsittlich. Wenig später wurde er von der Polizei gefasst.

München:
In einem Münchner Hallenbad soll mindestens ein Mädchen von einem Syrer sexuell missbraucht worden sein. Drei Syrer, darunter ein 15-Jähriger, sollen zunächst in einem Becken einer Münchnerin mehrmals an den Po gegriffen haben. Der 15-Jährige fasste unter die Badehose der 17-Jährigen, strich ihr laut Polizeibericht "mit einem Finger durch den Genitalbereich“, was Juristen zufolge als Vergewaltigung gilt.

Als ihre 14-jährige Schwester ebenfalls ins Außenbecken dazu kam, wurde auch sie von den drei Jungs am Po angefasst. Nachdem sich die beiden Mädchen zur Wehr gesetzt hatten, flüchteten sie aus dem Becken und meldeten den Vorfall dem Bademeister.

Alle drei Jugendlichen wurden vorläufig festgenommen. Gegen den 15-jährigen Syrer werden Ermittlungen wegen des Tatvorwurfs der Vergewaltigung geführt.

Auch an Silvester gab es in München laut Polizei einen sexuellen Übergriff durch eine Gruppe von Migranten. Zwei 19 und 20 Jahre alte Münchnerinnen sind in der Silvesternacht von einer Gruppe Männer bedrängt und beleidigt worden.

Zehn bis 15 Männer hatten die beiden Disco-Besucherinnen nach deren Angabe während einer Raucherpause vor einem Club in der Innenstadt bedrängt, festgehalten und unsittlich berührt. Ausgeraubt wurden sie nicht.

Nürnberg:
Auch aus der Frankenmetropole sind sexuelle Übergriffe aus der Silvesternacht bekannt geworden: So sollen eine 18- und eine 19-Jährige auf der Nürnberger Königstraße von etwa 20 Männern, vermutlich aus dem arabischen Raum, umringt und bedrängt worden sein. Das teilte die Nürnberger Polizei über eine Woche nach Silvester mit. Obwohl sie sich heftig gewehrt hätten, seien sie von den Männern umarmt, geküsst und an Ober- und Unterkörper betatscht worden. Anschließend hätten sich die Männer lachend entfernt.

Leipzig:
Gut eine Woche nach den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht in Köln ist nun auch in Leipzig eine Frau Opfer einer Attacke aus einer Männergruppe „vornehmlich von Migranten“ geworden. Das teilte die Leipziger Polizei am gestrigen Montag mit. Samstag kurz nach Mitternacht wurde die 31-Jährige am Leipziger Hauptbahnhof von zwei Männern angegangen und unsittlich berührt, so Jack Dietrich aus dem Lagezentrum gegenüber der "Leipziger Volkszeitung". Die Täter seien aus einer Gruppe von rund 15 Männern gekommen.

Die Angegriffene meldete den Vorfall umgehend. Durch die Fahndung im Tatortbereich seien die beiden Männer, ein Tunesier (31) und ein Libyer (24) ermittelt und von dem Opfer identifiziert worden, so die Leipziger Polizei weiter. Die Männer befinden sich auf freiem Fuß.

Stuttgart:
Nach sexuellen Übergriffen auf Frauen auf dem Stuttgarter Schlossplatz bearbeitet die Polizei mittlerweile fast doppelt so viele Anzeigen wie noch vergangene Woche. Das gab die Stuttgarter Polizei gestern Abend bekannt. Bis zum Montagmittag seien 31 mutmaßliche Vorfälle gezählt worden, sagte ein Polizeisprecher.

Bei allen gehe es um sexuelle Übergriffe, bei 17 zudem auch um Diebstahl. Viele mutmaßliche Opfer hätten sich am Wochenende gemeldet. Noch in der Silvesternacht hatte es eine Festnahme gegeben. Ein 20-Jähriger sitze in Untersuchungshaft. Dem jungen Mann wird sexuelle Nötigung, Widerstand gegen die Polizei und Beleidigung vorgeworfen.

Traunreut in Oberbayern:
In oberbayerischen Traunreut soll ein Flüchtling am Neujahrsmorgen eine 17-Jährige überfallen und betatscht haben. Ein weiterer Flüchtling, der in der Nähe stand, hat laut Polizei nicht eingegriffen. Nachdem die junge Frau und ihre Freundin laut schrien, flüchteten die Männer.

Weil am Rhein:
Hier kam es offenbar zu einer Gruppen-Vergewaltigung: Vier Syrer werden verdächtigt, in der Silvesternacht in Weil am Rhein gemeinsam zwei 14- und 15-jährige Mädchen vergewaltigt zu haben. Die mutmaßlichen Täter sitzen bereits in Untersuchungshaft.

Die mutmaßlichen Täter und Opfer waren gemeinsam in die Wohnung des 21-jährigen Tatverdächtigen und seines 15-jährigen Bruders gegangen, wo es anfangs zum einvernehmlichen Austausch von Zärtlichkeiten gekommen sei. Später seien die Mädchen von der Gruppe mehrfach vergewaltigt worden. Sie schalteten umgehend die Polizei ein.

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