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Kaum mehr Syrer - dafür reisen immer mehr Nordafrikaner ein

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FLCHTLINGE
Immer mehr Flüchtlinge aus Nordafrika kommen nach Deutschland | dpa
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Noch ist nicht ganz klar, wer für die Vorfälle in der Silvesternacht in Köln verantwortlich ist. Sicher scheint aber: Männer aus Marokko und Algerien waren an den Übergriffen auf Frauen beteiligt. 14 der 19 Verdächtigen kommen aus diesen Ländern, insgesamt zehn sind Asylbewerber.

Wie der "Deutschlandfunk" jetzt berichtet, kommen derzeit vor allem Flüchtlinge aus Ländern Nordafrikas nach Deutschland. Obwohl sie kaum Aussicht auf Asyl haben. Der Sender zitiert einen Übersetzer der deutschen Bundespolizei, der in einem Auffanglager im bayerischen Freilassing arbeitet, mit den Worten: "Zum Beispiel hatten wir gestern und heute nur Nordafrikaner und Iraner, also keine Afghanen oder Syrer, gestern über 400 oder 500 Mann aus Marokko und Algerien."

Im vergangenen Jahr kamen vor allem Flüchtlinge aus Syrien nach Deutschland. Knapp zwei Drittel der Asylanträge im Jahr 2015 wurden von Menschen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak gestellt. Das scheint sich nun zu ändern.

Laut "Deutschlandfunk" besteigen die Menschen aus Nordafrika Flugzeuge in die Türkei. Dort würden sie sich dann den Flüchtlingstrecks in Richtung Deutschland anschließen. An der Grenze gäben sie sich als Syrer aus. Über diesen Trick hatten verschiedene Medien schon in den vergangenen Tagen berichtet.

Das würde auch erklären, warum viele Täter von Köln - obwohl aus Nordafrika - anscheinend deutsche Asylpapiere bei sich trugen. Aber die Bundespolizei kontrolliert die Ankommenden immer strenger. Da auch die Nordafrikaner Arabisch sprechen, werden sie von den Polizisten auf genaue Ortskenntnisse in Syrien befragt.

Wer die Fragen nicht beantworten kann, wird möglicherweise an der Grenze abgewiesen und der österreichischen Polizei übergeben. 450 Nordafrikaner hat die Bundespolizei laut "Deutschlandfunk" zuletzt abgewiesen. Was mit ihnen in Österreich passiere, sei unklar.

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