POLITIK
11/01/2016 08:10 CET | Aktualisiert 11/01/2016 08:11 CET

So liest sich ein Polizeibericht, wenn deutsche Männer Frauen begrapschen

dpa

Die Berichte von Polizisten, die nach der Silvesternacht in Köln an die Öffentlichkeit drangen, haben Deutschland schockiert. Die Beamten schildern dramatische Szenen, in den Frauen Spießruten laufen, von aggressiven Männern "nordafrikanischer Herkunft" begrapscht werden, in denen straffällig gewordene Männer die Polizei verhöhnen.

Überraschend: Bei sexuellen Übergriffen auf dem Oktoberfest in München war die Wortwahl der Polizei eine andere. Von Drama kann hier keine Rede sein, eher von Verharmlosung.

Die Polizei schreibt über einen Fall:

"Der Vorfall ereignete sich am gestrigen Donnerstag, 24.09.2015, gegen 19.20 Uhr, in einem großen Wiesnzelt. Ein Griff unter den Rock seiner amerikanischen Wiesn-Bekanntschaft endete für einen 20-jährigen Deggendorfer äußerst schmerzhaft.

Die „Rockbesitzerin“ drehte sich mit samt Maßkrug um und das Trinkgefäß landete wuchtig auf den Kopf des 20-Jährigen. Die Amerikanerin hatte bei der Drehung so viel Schwung, dass auch noch ein unbeteiligter Dritter einen Schlag auf die Wange abbekam.

Natürlich handelt es sich hierbei um eine Straftat der gefährlichen Körperverletzung. Nach Zahlung einer vierstelligen Eurosumme konnte die Amerikanerin die Wiesnwache wieder verlassen."

Eine Frau wehrt sich gegen einen sexuellen Übergriff. Das Ergebnis: Sie wird zur Kriminellen und muss eine saftige Strafe zahlen. Deutschland im Jahr 2015.

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