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11/01/2016 16:30 CET | Aktualisiert 11/01/2016 17:46 CET

Kinderarmut: Hier leben die meisten armen Kinder Deutschlands

bodnarchuk via Getty Images
19 Prozent der Kinder Deutschland leben in Armut. (Symbolbild)

Fast jedes fünfte Kind in Deutschland ist von Armut betroffen. Das sind rund 2,47 Millionen arme Kinder. Und die Zahl könnte durch den Zuzug der Flüchtlinge weiter ansteigen.

Der aktuelle Stand ist: 19 Prozent der Kinder in Deutschland sind von Armut bedroht. Dabei stagnierte im Verlauf der vergangenen Jahre die Kinderarmut in Deutschland. Und im Vergleich zum Höchststand Mitte der 2000er Jahre ist sie sogar gesunken, heißt es in der am Montag veröffentlichten Studie. Dabei gibt es nach Angaben des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftseigenen Hans-Böckler-Stiftung große regionale Unterschiede.

Welche Regionen haben die höchste Kinderarmuts-Quote?

  1. Bremen: 33,1 Prozent
  2. Sachsen-Anhalt: 28,7 Prozent
  3. Regierungsbezirk Düsseldorf 25,1 Prozent der Kinder

Im Gegensatz dazu stehen die Regierungsbezirke Oberbayern, Oberpfalz und Tübingen: Hier leben lediglich 9,1 bis 10,5 Prozent der Heranwachsenden in armen Haushalten. Entscheidender Faktor, um Kinderarmut zu verhindern, seien Berufstätigkeit und existenzsichernde Einkommen der Eltern.

Wie hoch ist die Kinderarmut in meinem Bundesland?

In dem bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen, leben 27,7 Prozent der 2,47 Millionen armen Kinder Deutschlands. In Bayern und Baden-Württemberg hingegen sind Quoten (den Arbeitslosenzahlen folgend) weiter gesunken. Der Anteil der Kinderarmut in den Bundesländern im Überblick:

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Graphik der WSI zur Kinderarmut (Screenshot/www.boeckler.de)

  1. Bayern: 11,9 Prozent
  2. Baden-Württemberg: 12,7 Prozent
  3. Hessen: 16,8 Prozent
  4. Schleswig-Holstein: 17,6 Prozent
  5. Niedersachen: 19,7 Prozent
  6. Rheinland-Pfalz: 19,9 Prozent
  7. Hamburg: 20,4 Prozent
  8. Brandenburg: 21,4 Prozent
  9. Saarland: 21,4 Prozent
  10. Sachsen: 22,3 Prozent
  11. Nordrhein-Westfalen: 23,6 Prozent
  12. Thüringen: 23,7 Prozent
  13. Berlin: 26,8 Prozent
  14. Mecklenburg-Vorpommern: 26,9 Prozent
  15. Sachsen-Anhalt: 28,7 Prozent
  16. Bremen: 33,1 Prozent

Aber wer ist arm?

Nach gängiger wissenschaftlicher Definition gelten jene Haushalte als arm, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens beträgt.

Das bedeutet: Für eine Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren liegt die Armutsschwelle derzeit bei einem Nettoeinkommen von weniger als 1926 Euro im Monat.

Demzufolge lebten rund 2,47 Millionen Kinder im Jahr 2014 in Deutschland in Armut. Aktuellere Daten gibt es nicht, da mit den die Studie auf Basis des letzten Mikrozensus entstanden ist.

Welche Entwicklung wird erwartet?

Doch die Zahlen könnten vor dem Hintergrund der starken Zuwanderung in den kommenden Jahren spürbar steigen, erwartet

WSI-Sozialexperte Eric Seils. Das zeigt die Studie:

Rund jede dritte Familie (34 Prozent), bei der die Eltern aus dem Nahen oder Mittleren Osten kommen, leben unterhalb der Armutsschwelle. Bei Familien aus Serbien und Afrika beträgt die Armutsquote sogar mehr als 40 Prozent.

Um der Armut zu entfliehen, benötigen also auch eingewanderte Eltern nicht nur einen Arbeitsplatz. Sondern sie brauchen eine möglichst gute Integration in den Arbeitsmarkt. Das berichtet "Focus Online".

Mit Material der dpa

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