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Flüchtlinge über Köln: "Wieso schmeißt ihr solche Verbrecher nicht raus?"

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ABSCHIEBUNG
Flüchtlinge über Köln: "Wieso schmeißt ihr solche Verbrecher nicht raus"? | Getty
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Sie haben Angst, sie sind empört - und noch hilfloser als Deutsche angesichts der Übergriffe von Köln: Flüchtlinge in Deutschland.

"Unsere erste Reaktion war: Jetzt hassen uns die Deutschen", sagt etwa Asim Vllaznim aus dem Kosovo im Gespräch mit "Focus Online". "Es ist eine Schande, was die da am Hauptbahnhof getan haben.“

Ein Syrer fasste stellte sich mit einem Pappschild mit folgender Aufschrift beim Kölner Hauptbahnhof auf: "Tut mir leid was passier ist um Köln Frauen in der Stadt von New Year":

Flüchtlinge halten deutsche Gesetze für zu lax

Inzwischen melden sich aber auch Flüchtlinge zu Wort, die nicht nur über die Taten fassungslos sind – sondern sich auch über die aus ihrer Sicht übergroße Milde Deutschlands wundern. Einige Asylbewerber sehen darin eine Ursache für den mangelnden Respekt mancher Migranten gegenüber dem deutschen Staat.

Im baden-württembergischen Ostfildern sprach ein Reporter der "Stuttgarter Nachrichten" mit einem Syrer, der sagte: "Die Gesetze in Deutschland sind nicht streng." In den meisten der Herkunftsländern der Flüchtlinge würden die Behörden härter vorgehen – und so erscheine die Polizei manchem Asylbewerber hierzulande als schwach.

Der syrische Flüchtling Basel Esa, der einige der Übergriffe in der verhängnisvollen Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof beobachtet hat, sagte "Zeit Online", Flüchtlinge aus Ländern wie Algerien wüssten, dass sie ohnehin keine Bleibeperspektive hätten "Deswegen denken sie, für sie gelten keine Regeln, sie können tun, was immer sie wollen. Das erzählen sie auch so offen."

Er verstehe nicht, "wieso ihr Deutschen diese Verbrecher nicht sofort aus eurem Land schmeißt", sagt er. "Ich glaube, eure Regeln sind zu lasch."

Asylbewerber fordern Abschiebung von Straftätern

Die „Bild“-Zeitung zitiert aus einer arabischsprachigen Facebook-Gruppe syrischer Flüchtlinge. Man solle die Täter „ins Gefängnis stecken“ oder „sofort abschieben“, fordern sie der Zeitung zufolge. Denn was sie getan hätten, sei „barbarisch“.

Jemand bezeichnete die Täter als "zurückgeblieben". Ähnlich äußerte sich auch der Syrer Esa: "Das waren dumme, ungebildete Männer. Sie denken, wenn eine deutsche Frau enge Kleidung trägt, ist sie billig und hat keine Ehre."

Ähnliches hatte bereits der ehemalige Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky im „Deutschlandfunk“ gesagt. Für manche Männer, die aus einem „gnadenlosen Patriarchat“ kämen, beginne „Meinschsein eigentlich nur beim Mann“. Und Frauen, die spät noch unterwegs seien, seien in deren Augen „sowieso nur Schlampen“.

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